Politik muss Konsequenzen aus neuer Leukämiestudie ziehen / Atomkraftwerke abschalten statt Risiko leugnen
(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die Reaktoraufsichtsbehörden der Bundesländer aufgefordert, Konsequenzen aus den besorgniserregenden Ergebnissen der heute (10. Dezember 2007) vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichten Leukämie-Studie zu ziehen.
Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Vorstand: Die Studie belegt erstmals umfassend einen statistischen Zusammenhang zwischen der Nähe des Wohnortes zu einem Atomkraftwerk und der Leukämierate bei Kindern. Wer wie CDU/CSU-Fraktionsvize Katherina Reiche oder das Deutsche Atomforum behauptet, die Studie bringe keine neuen Erkenntnisse und liefere kein neues Argument gegen die Atomkraft, scheint krebskranke Kinder billigend in Kauf zu nehmen.
Seit Jahrzehnten bestehe bereits der Verdacht, dass AKW auch im so genannten Normalbetrieb ein Risiko für die Bevölkerung darstellen. Für alle deutschen Atomkraftwerke wurde dieses Risiko jetzt nachgewiesen. Wenn die Ergebnisse der Studie verharmlost werden, dann ist das mehr als fahrlässig, sagte Backhaus.
Das Risiko für Kinder, an Leukämie zu erkranken, nimmt den Untersuchungen des BfS zufolge zu, je näher ein Atomkraftwerk an ihrem Wohnort steht. Die Studie weist für Kinder unter fünf Jahren, die in fünf Kilometer weitem Umkreis von Atomkraftwerken wohnen, ein um 120 Prozent erhöhtes Blutkrebsrisiko nach. Die Studie ist mit einem Untersuchungszeitraum von 24 Jahren zwischen 1980 bis 2003 außergewöhnlich gut abgesichert.
Die öffentliche Gefahr, die von Atomkraftwerken ausgehe, müsse dazu führen, dass die Meiler schneller als geplant vom Netz gehen, so der BUND.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40
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