Politik muss sich ehrlich machen: Spargesetze sind Leistungskürzungen
(Berlin) – Nachdem die Bundesregierung nun schnell und offenbar so gut wie alle Sparvorschläge der Finanzkommission umsetzen will, ruft der Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. die Politik auf, sich gegenüber den Patienten ehrlich zu machen:
„Wer im ambulanten Bereich rund 5,5 Mrd. Euro einsparen will, muss den Patienten deutlich sagen, dass dies Auswirkung auf ihre Versorgung haben wird. Streichungen in dieser Größenordnung werden schon allein durch wirtschaftliche Gesetzmäßigkeiten eine Reduktion des Leistungsangebotes zur Folge haben“, stellt der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich fest.
Personal wird abgebaut, Sprechzeiten werden reduziert, Wartezeiten verlängern sich. „In einem nächsten Schritt werden sich auch die ambulanten Strukturen verändern, da heute schon zahlreiche Praxisärzte keine Nachfolger finden. Mangelnde wirtschaftliche Planbarkeit sowie kein Vertrauen auf verlässliche Rahmenbedingungen schrecken gründungswillige Ärzte vor dem Weg in die Niederlassung ab. Selbst wenn in naher Zukunft ein Primärversorgungssystem etabliert werden würde, werden dann aber keine fachärztlichen Strukturen mehr vorhanden sein, die auch nur annährend ausreichend zeitnahe Termine zur Verfügung stellen können“, prophezeit Dr. Heinrich.
„Auch wenn die Hauptleidtragenden der Spargesetze die grundversorgenden Fachärzte sein werden, sind auch die Hausärzte und damit der gesamte ambulante Bereich betroffen. Sie tragen in Zukunft die Hauptlast der Versorgung unter dann auch eigenen verschärften Budget-Bedingungen. Das wird die Abrissbirne für die ambulanten Strukturen in Deutschland“, so der Virchowbund-Chef. „Auch medizinisch wird es heikel, wenn dann z. B. die Überbrückung der Zeit bis zum Facharzttermin mit ansonsten nicht notwendigen Antibiotika erfolgen muss.“
Anstatt die offene Sprechstunde und Vermittlungsfälle über die Terminservicestelle abzuschaffen, hatten die führenden Ärzteverbände in dieser Woche vorgeschlagen, eine Nullrunde bei der nächsten Anpassung des Orientierungspunktwertes zu vereinbaren. „Dies wäre ein schmerzhafter, aber solidarischer Sparbeitrag über alle ärztlichen Fachgruppen“, so Dr. Heinrich abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
Virchowbund - Verband der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V., Adrian Zagler, Bereichsleiter(in) Kommunikation, Chausseestr. 119b, 10115 Berlin, Telefon: 030 288774-0
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