Politik verspielt große Chance
(Berlin) - Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) kritisiert den Beschluss der bayerischen Landesregierung vom 27. Februar, die Donau in der so genannten Variante A (ausschließlich "flussregelnde Maßnahmen") auszubauen. Die Entscheidung gebe nicht das Signal, das die Speditions- und Logistikbranche sowie die verladende Wirtschaft erwartet haben, um Verkehre nachhaltig und zuverlässig verlagern zu können. Damit verspiele die Politik eine große Chance, den Verkehrsträger Wasserstraße für die wachsenden Ost-West-Verkehre in Europa im Bereich Rhein-Main-Donau-Kanal und auf der Donau als umweltfreundliche Transportalternative attraktiv zu machen.
"Das Verlagerungspotential der Variante A ist sehr bescheiden und wird das steigende Verkehrsaufkommen im Donaugebiet nicht auffangen können", meint Günter Haberland, Vorsitzender des DSLV-Fachausschusses Binnenschifffahrtspedition und Hafenwirtschaft. "Bereits gegenwärtig überfordert der wachsende Ost-West-Verkehr innerhalb der EU das bestehende Autobahn- und Schienennetz. Es führt kein Weg daran vorbei, infrastrukturelle Voraussetzungen zu schaffen, um dieses Verkehrswachstum zu bewältigen. Konsequenterweise muss daher jetzt geprüft werden, ob hierzu der mehrstreifige Ausbau bestehender Ost-West-Autobahnen ausreicht, oder eine leistungsfähige zusätzliche Autobahntrasse erforderlich ist. Ökologisch sinnvoller wäre auf jeden Fall der Ausbau der Donau in der Variante C 2.80 gewesen."
Die Fakten geben Haberland recht: nur die Variante C 2.80 (Staustufe und Schleuse) überschreitet an mindestens 301 Tagen, und damit nahezu ganzjährig, die Abladetiefe von 2,50 m. Nur diese Ausbauvariante hätte positive Auswirkungen auf die Sicherheit des Schiffsverkehrs, da bei einem Ausbau mit Staustufe und Schleuse die unfallträchtige Mühlhamer Schleife nicht mehr befahren würde. Die Variante A hingegen erreicht nur an etwa 215 Tagen pro Jahr eine ausreichende Abladetiefe und bietet damit nicht annähernd die zur Einbindung in logistische Systeme notwendige Zuverlässigkeit und Planbarkeit.
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