Präventionsprogramm macht Lehrer fit für den Job / Zweiter Teil der Potsdamer Lehrerstudie vorgestellt / dbb Chef Heesen: Politik muss Rahmenbedingungen verbessern
(Berlin) - Ein Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm für Lehrer ist am 12. Dezember 2006 in Berlin vorgestellt worden. Es ist das Ergebnis des zweiten Teils der vom dbb und seinen fünf Lehrergewerkschaften in Auftrag gegebenen Lehrerbelastungsstudie des Potsdamer Psychologieprofessors Uwe Schaarschmidt. Wir wollten nicht bei der Analyse stehen bleiben, sondern konkrete Hilfestellung geben, sagte dbb Chef Peter Heesen vor Beginn des Abschlusskongresses zu der Studie im dbb forum berlin.
Das Programm soll sowohl Lehrer im Beruf als auch Referendare und Lehramtsstudierende erfassen sowie am Beruf interessierte Abiturienten mit den Eignungsvoraussetzungen vertraut machen. Dazu gehört ein Arbeitsbewertungs-Check für Lehrer und ein Self-Assessment-Verfahren für Abiturienten. An der Tagung unter dem Motto Fit für den Lehrerberuf nehmen Pädagogen, Wissenschaftler und Experten aus Schulen, Universitäten und Ministerien teil.
Heesen verwies auf die Ergebnisse des ersten Teils der Studie. Die Untersuchung im Auftrag des dbb hatte ergeben, dass sich jeder zweite Lehrer in Deutschland durch den beruflichen Stress im Übermaß belastet fühlt und fast jeder dritte Anzeichen von Selbstüberforderung und Resignation zeigt. Diese dramatische Situation könne nicht allein von den Schulen verändert werden. Die politisch Verantwortlichen sind gefordert, sagte Heesen und fügte - an die Adresse der Kultusminister der Länder gerichtet - hinzu: Die Rahmenbedingungen müssen sich verbessern. Der dbb Chef forderte zugleich, durch den Rückgang der Schülerzahlen in den nächsten Jahren frei werdende Mittel für Lehrerbildung und Schulen einzusetzen.
Zu den Hauptbelastungen der Lehrer im Berufsalltag zählen laut Schaarschmidt neben großen Klassen und hoher Stundenzahl schwieriges Schüler- und Elternverhalten, bürokratische Hürden, mangelnde Kontinuität durch ständige Reformen und Reförmchen sowie fehlende Erholungsmöglichkeiten im Schulalltag. Es muss sich etwas ändern am Arbeitstag des Lehrers, sagte er. Unsere Trainingsprogramme können dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber den berufsspezifischen Belastungen zu stärken, Problembewältigungs- und sozial-kommunikative Kompetenzen zu verbessern.
Der Vorsitzende der dbb Expertenkommission Schule, Bildung und Wissenschaft, Ludwig Eckinger, kritisierte: Der Lehrerberuf leidet an Auszehrung, freigegeben für Quereinsteiger jeder Art, weil die Kultusminister ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Gebraucht würden mehr junge Menschen als Lehrer. Das erfordert aber auch einen realistischen Blick auf diesen verantwortungsvollen Beruf, und dazu kann die Lehrerstudie beitragen, sagte Eckinger: Lehrer sind weder pädagogische Feuerwehr, noch die Erzieher der Nation.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Beamtenbund e.V. Beamtenbund und Tarifunion (dbb)
Dr. Frank Zitka, Pressesprecher
Friedrichstr. 169-170, 10117 Berlin
Telefon: (030) 40815400, Telefax: (030) 40814399
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