Prognose-Update im neuen IMK-Report / IMK: Aktueller Konjunkturschwung schützt nicht vor Rückschlag 2007
(Düsseldorf) - Das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland wird 2007 stark gebremst. Die momentan robuste konjunkturelle Entwicklung kann den Nachfrageschock nicht kompensieren, den Mehrwertsteuererhöhung, staatliche Sparanstrengungen sowie Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) auslösen. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird sich nahezu halbieren - von 2,5 Prozent in diesem Jahr auf 1,3 Prozent 2007. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung. Der Wachstumsverlust behindert auch die weitere Entspannung am Arbeitsmarkt.
Die Vorhersage für das kommende Jahr sei schwierig, schreiben die Konjunkturexperten im Update ihrer Herbstprognose, das am heutigen Mittwoch als IMK Report erscheint.* Schließlich gebe es "bisher keine Erfahrungen mit derart drastischen Erhöhungen der Mehrwertsteuer in Kombination mit anderen fiskalischen Sparmaßnahmen und geldpolitischen Bremsmanövern". Trotzdem gehen die Wissenschaftler weiterhin davon aus, dass der derzeit zu beobachtende "robuste Auschwung" im kommenden Jahr einen "signifikanten Tempoverlust" hinnehmen muss. Daher bekräftigen die Forscher ihre Herbstprognose, die für 2007 ein BIP-Wachstum von nur noch 1,3 Prozent veranschlagt. Den Wert für dieses Jahr hebt das IMK auf der Basis der neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes geringfügig an - auf 2,5 Prozent.
Die geringere Wachstumsdynamik hat weltwirtschaftliche, vor allem aber politische Ursachen: Allein die Maßnahmen der deutschen Finanzpolitik setzen einen deutlich restriktiven Impuls von 27 Milliarden Euro beziehungsweise 1,2 Prozent des BIP. Die stärkere Reduzierung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung verringert diesen Betrag nur wenig. Die Forscher halten es für unwahrscheinlich, dass der daraus entstehende reale Einkommensverlust bei den privaten Konsumenten kompensiert werden kann oder die Sparquote weiter sinkt. Auch die deutlichen Vorzieheffekte beim Privatkonsum und beim Bau tragen zu der Nachfragepause bei, die das IMK für die erste Jahreshälfte prognostiziert.
Zudem wird sich das weltwirtschaftliche Umfeld für die deutschen Exporteure 2007 nicht mehr ganz so vorteilhaft darstellen wie noch in diesem Jahr. Ein wichtiger Grund für die abnehmende weltwirtschaftliche Dynamik sind Zinserhöhungen durch die großen Zentralbanken, insbesondere die EZB. Die deutschen Exporte wachsen zwar auch 2007 kräftig um 6,5 Prozent. In diesem Jahr lag der Anstieg jedoch weit höher - bei 11 Prozent.
Der deutsche Arbeitsmarkt wird wegen der schwächeren Konjunktur wieder deutlich an Dynamik verlieren, so das IMK. Zwar wird die Zahl der Arbeitslosen nochmals um 230.000 Personen abnehmen, die Arbeitslosenquote sinkt im Jahresdurchschnitt auf 9,8 Prozent nach 10,3 Prozent in diesem Jahr. Dies ist aber in der Hauptsache ein Nachwirken des kräftigeren Wirtschaftswachstums 2006.
Quelle und Kontaktadresse:
Hans-Böckler-Stiftung
Rainer Jung, Leiter, Pressestelle
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