Programm statt Personalisierung / Landjugend setzt auf demokratische Auseinandersetzung
(Berlin) - "Wenn demokratische Strukturen und Politik nicht mit Themen und Bürgernähe verbunden werden, haben es geistige Brandstifter leicht", stellen Kathrin Funk und Matthias Daun fest. Die beiden Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) fordern Programm statt Personalisierung: "Eine Stimmungsdemokratie, in der Parteien zu Plattformen für populäre Politiker verkommen, gefährdet unsere Gesellschaft."
In einem politischen System, in dem die Parteien der Mitte sich fast zum Verwechseln ähneln, brauche es klare thematische und politische Stellungnahmen statt bunter Wahlplakate ohne Inhalt. Sie müssen dabei so präsentiert werden, dass die Menschen sie wahrnehmen und auch verstehen können, ist sich der BDL-Bundesvorstand einig.
Dabei können Parteien von Jugendverbänden lernen. Denn die jungen Aktiven positionieren sich deutlich: Sie haben Werte, die nicht verhandelbar sind und die sie vehement und laut nach außen tragen. Dazu gehören Toleranz und Freundschaft, Offenheit und Beteiligung, Ehrenamtlichkeit, Freiheit und Frieden.
Nicht nur in der Politik, auch in den Verbänden müsse es leichter möglich sein, das Bestehende in Frage zu stellen. Es müsse alltäglicher werden, ergebnisoffen über Positionen zu streiten, Personen abzuwählen und Lösungen auszuhandeln, stimmen die gewählten BDL-Vertreter in der Analyse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg überein. Sie stellen angesichts des Erstarkens des rechten Rands fest: "Wir brauchen eine Politik, die nah an den Menschen, an ihrem Alltag und Bedürfnissen ist und sich nicht an Posten, Karrieren oder machtpolitischen Befindlichkeiten orientiert."
Warum können bei Kommunalwahlen, die Listen nicht alphabetisch aufgestellt werden? Warum wagen Parteien nicht mehr Demokratie und platzieren z.B. prominente Kandidaten, die Chancen auf Direktmandate haben, auf den hinteren Rängen? Warum sind einige Berufsgruppen (Juristen, Lehrer, etc.) überdurchschnittlich in den Parlamenten und politischen Ämtern der Ministerien vertreten, andere (z.B. Selbständige, Handwerker, Landwirte) hingegen kaum? Wieviel ist Amtsinhabern die Demokratie wert und wieviel ist nur ein "Job"? Das sind einige Fragen, die den BDL-Bundesvorstand umtreiben und deren ehrliche Beantwortung aus Sicht der Landjugend für mehr Klarheit und Glaubwürdigkeit in unserer repräsentativen Demokratie sorgen könnte.
"Beteiligung und Teilhabe in der Politik, aber auch in Verbänden dürfen nicht zu Lippenbekenntnissen verkommen, um möglichst ungestört eigene Strategien verfolgen zu können, sondern müssen für die Bürger spürbar sein und umgesetzt werden", so die beiden BDL-Bundesvorsitzenden. "Wir kämpfen für eine Kultur der thematischen Auseinandersetzung und des demokratischen Störens, um jungen Menschen Gehör zu verschaffen", betonen Kathrin Funk und Matthias Daun stellvertretend für die vielen Aktiven des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Carina Gräschke, Pressereferentin
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 31904-253, Fax: (030) 31904-206
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