Protest gegen Verwässerung des Gentechnikgesetzes
(Berlin) - Mehr als 30 Umwelt-, Verbraucher-, Bio- und Bauernverbände rufen gemeinsam zu Protesten gegen die Pläne der Großen Koalition zur Änderung des Gentechnikgesetzes auf. Die Verbände befürchten die flächendeckende gentechnische Verunreinigung der gesamten Landwirtschaft. Mit Tausenden gelben Luftballons soll deshalb im September in Berlin der Schriftzug 'Genfood Nein Danke' gebildet werden. Bereits jetzt können Bürgerinnen und Bürger unter www.gentechnik-stoppen.de Protestballons bestellen und Bundestagsabgeordneten E-Mails senden.
Anlass für die Aktion sei die Ankündigung der Bundesregierung, nach der Sommerpause das deutsche Gentechnikgesetz verändern zu wollen. So sollen Gentechnik-Produzenten künftig nur noch dann haften, wenn die Ernte von Nachbarfeldern zu mehr als 0,9 Prozent gentechnisch verunreinigt wurde.
Die Bundesregierung will der Gentechnik-Industrie einen Freifahrtsschein zur umfassenden gentechnischen Kontamination erteilen. Damit verlieren die Menschen in Deutschland das Recht, sich auch weiterhin gentechnikfrei zu ernähren. Das ist völlig inakzeptabel, so Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Jutta Jaksche, Agrarreferentin beim Verbraucherzentrale Bundesverband: Nach bisherigem EU-Recht müssen auch Verunreinigungen unterhalb von 0,9 Prozent gekennzeichnet werden, wenn der Hersteller nicht belegen kann, dass diese Rückstände zufällig und unvermeidbar waren. Diese Regelung muss weiter angewendet werden. Sonst gibt es keine Wahlfreiheit der Verbraucher.
Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) befürchtet einschneidende Konsequenzen: Wir Bauern müssen unseren Abnehmern schon jetzt die Gentechnikfreiheit unserer Produkte garantieren. Wenn wir das nicht können, tragen wir den wirtschaftlichen Schaden. Eine Haftungsgrenze von 0,9 Prozent bedroht die Existenz vieler Betriebe.
Die Politik muss dafür Sorge tragen, dass bei der Haftung das Verursacherprinzip umgesetzt wird, so Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Es kann schließlich nicht angehen, dass Produzenten und Konsumenten von Lebensmitteln ohne Gentechnik höhere Preise zahlen müssen, weil sich andere Profit aus der Gentechnik versprechen! Öko-Produkte werden stets ohne Gentechnik hergestellt".
In Europa ist die große Mehrheit der Verbraucher gegen den Einsatz von Gentechnik in Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung. Die Agro-Gentechnik darf nicht gegen den Willen der Bürger durchgesetzt werden. Wir fordern die Abgeordneten des Bundestages auf, sich nach den Menschen und nicht nach den Interessen einiger Gentechnik-Konzerne zu richten, so Günter Metzges, Geschäftsführer des Online-Bürgernetzwerkes Campact.
Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Rüdiger Rosenthal, Pressesprecher
Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40
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