Pressemitteilung | Bayerischer BauernVerband (BBV)
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Qualität und Preis nicht im Lot / Erntepressefahrt des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Freising

(München) – „In diesem Jahr werden wir eine gut durchschnittliche Ernte einbringen“, zieht Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen und Bayerischen Bauernverbandes, bei der heutigen (23. Juli) Erntepressefahrt im Landkreis Freising Bilanz.

So werden die bayerischen Getreidebauern in diesem Jahr voraussichtlich etwa 6,6 bis 7 Mio. Tonnen einfahren. Dies entspricht dem langjährigen Durchschnitt. Das Ernteergebnis lag im Vorjahr aufgrund der Jahrhunderttrockenheit bei nur 5,4 Mio. Tonnen. Für Deutschland wird dieses Jahr eine Getreideernte von rund 47 Mio. Tonnen erwartet gegenüber 39,5 Mio. Tonnen im vergangenen Jahr. In der erweiterten EU dürfte die Erntemenge bei rund 270 Mio. Tonnen liegen, im Vorjahr waren es rund 230 Mio. Tonnen. Das könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass weltweit dennoch die Getreidevorräte eher abnehmen würden.

Die Erntepressefahrt, die der Bayerische Bauernverband gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten veranstaltet, führte auf den Betrieb von Familie Grandl in Marzling, Landkreis Freising.

Präsident Sonnleitner erläuterte den aktuellen Erntestand. Aufgrund des Regens in den vergangenen Wochen habe die Ernte sich dieses Jahr um mehr als drei Wochen verspätet. Auch Stürme und Hagel hätten den Beständen regional sehr zugesetzt. Gegenwärtig werde Wintergerste und Raps geerntet.

Vom Verlauf der Witterung in den nächsten Tagen werde es entscheidend abhängen, wie die Qualitäten der diesjährigen Ernte ausfallen werden.

Zur Preissituation beim Getreide erklärte Sonnleitner: „Die Preise sind nicht im Lot“. Mit den Markterlösen könnten die Produktionskosten der Landwirte nicht mehr abgedeckt werden. Für höhere Preise sprächen auch die gestiegenen Anforderungen bei der Qualitätssicherung. Ein „gerechter Preis“ für Getreide läge bei mindestens 15 Euro/100 kg. Tatsächlich erhält der Landwirt am Markt aber nur rund 10 Euro/100 kg. Deshalb seien die Getreidebauern auf Ausgleichszahlungen angewiesen.

Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit seien zu einer gesellschaftspolitischen Aufgabe geworden, führte Getreideexperte Leonhard Keller aus. Sie werde nicht nur von staatlicher Seite gefordert, sondern auch von Seiten des Marktes. Rückverfolgbarkeit heiße, dass der Landwirt der Behörde auf Verlangen mitteilen kann, von welchen anderen Unternehmer er einen Rohstoff, wie Getreide, bezogen oder an welchen Unternehmer er dieses Produkt geliefert hat.

Um dem Landwirt diese Arbeit zu erleichtern, habe der Bayerische Bauernverband zusammen mit dem Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugung ein Basisdokumentationssystem entwickelt, das Anbau, Lagerung und Transport nachvollziehbar und transparent macht. Der Landwirt dokumentiere seine Sorgfalt im Umgang mit dem landwirtschaftlichen Rohstoff beispielsweise bei der Bodenbearbeitung, bei der Saatgut-Auswahl, bei der Düngung, oder beim Pflanzenschutz. Außerdem arbeitet der Bauernverband an einem aus der Sicht der landwirtschaftlichen Betriebe einheitlichen Qualitätssicherungssystem, um Aufwand und Kosten möglichst niedrig zu halten.

Angesichts der Preissituation fordern die Getreidebauern, dass gleich zu Beginn des Wirtschaftsjahres die Exportpolitik aktiv ausgerichtet wird, dass die Exportmengen voll ausgeschöpft werden, und vor allem, dass für importiertes Getreide die gleichen Qualitätsmaßstäbe wie innerhalb der EU gelten.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer BauernVerband, Körperschaft des öffentlichen Rechts Max-Joseph-Str. 9, 80333 München Telefon: 089/558730, Telefax: 089/55873505

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