Rechtsanspruch auf Hauptschulabschluss ist erster, wichtiger Schritt / Schavan muss Bildungs-Blockade beenden
(Frankfurt/Berlin) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den Vorschlag, den Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss einzuführen, als ersten, wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer wirksameren Bekämpfung von Bildungsarmut. "Mehr als eine halbe Million Menschen ohne Schulabschluss sind in Deutschland zurzeit arbeitslos gemeldet. Wenn wir Bildungsarmut bekämpfen wollen, muss Bildung zu einem Recht werden. Es ist daher längst überfällig, dass es einen Anspruch auf die finanzielle Förderung zumindest für den Hauptschulabschluss gibt", erklärte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne mit Blick auf entsprechende Pläne des Bundesarbeitsministers Olaf Scholz (SPD).
Mit völligem Unverständnis reagierte der GEW-Vorsitzende auf die ablehnende Haltung der Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU): "Die Schavansche Bildungs-Blockade ist grotesk. Es grenzt an unterlassene Hilfeleistung, wenn ausgerechnet die Bildungsministerin Menschen ohne Schulabschluss einen Anspruch auf Förderung verweigern will", sagte Thöne.
Nach Auffassung des GEW-Vorsitzenden ist der Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss ein erster Schritt. Weitere müssten folgen. "Angesichts eines drohenden Facharbeitermangels hat die Gesellschaft ein hohes Interesse an besseren Qualifikationen. Wir müssen deshalb das Recht auf Bildung und Ausbildung im Grundgesetz verankern", erklärte Thöne.
Quelle und Kontaktadresse:
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Ulf Roedde, Pressesprecher
Reifenberger Str. 21, 60489 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 78973-0, Telefax: (069) 78973-201
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