Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Regionale Schulentwicklung gewinnt an Fahrt / Über 400 Gemeinden aus ganz Bayern signalisieren Interesse / BLLV-Präsident Klaus Wenzel: „Zustimmung von Eltern und Bürgermeistern“

(München) - Das vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) entwickelte Konzept der „Regionalen Schulentwicklung“ (RSE) stößt in ganz Bayern auf großes Resonanz: „Inzwischen haben über 400 Gemeinden Interesse signalisiert, rund 200 wünschen eine persönliche Beratung“, informierte BLLV-Präsident Klaus Wenzel am 17. März in München. Die Offensive des BLLV, weiteres Schulsterben auf dem Land da zu verhindern, wo es möglich ist, hat enorm an Fahrt gewonnen“, betonte er. Viele Gemeinderäte und Eltern setzen sich mit dem Konzept der RSE auseinander und signalisieren größtenteils Zustimmung. Sie sehen darin eine Antwort auf drängende Probleme in ländlichen Regionen und einen gangbaren Weg, die Schule am Ort zu erhalten. Derzeit liegen rund 20 Anträge vor. „Bald werden es wesentlich mehr sein, darunter auch Anträge, die sich nur teilweise in die Hauptschulinitiative integrieren lassen, weil sie schulartübergreifende Lösungen vorsehen“, kündigte Wenzel an. „Auch sie müssen genehmigt werden. Die Zeit dogmatischer Tabus ist vorbei.“

Modellversuche, die ausschließlich Kooperationen einzelner Hauptschulen vorsehen, sind kein Fortschritt gegenüber dem bisher bereits Möglichen.
Interessant sind RSE-Konzepte, die vorsehen, an einer Schule den Haupt- und Realschulabschluss anzubieten. Sie gehen von mindestens 50 Schülern pro Jahrgang aus, was einer Schulgröße von rund 300 Schülern entspricht.
„Mammutschulen wird es daher nicht geben“, betonte Wenzel.

Die Regionale Schulentwicklung gibt pragmatische Antworten auf drängende Probleme. Sowohl der demographische Wandel als auch die sinkende Zahl an Übertritten auf die Hauptschule lässt sich von niemandem bestreiten. Die Hauptschulinitiative der Staatsregierung findet zwar die Unterstützung des BLLV, weil sie einen sinnvollen Beitrag zur inneren Schulentwicklung der Hauptschulen leistet, ist jedoch nicht geeignet, diese beiden Probleme in den Griff zu bekommen. Wenzel: „Selbst das Ministerium räumt ein, dass sich durch die Hauptschulinitiative die Attraktivität der Hauptschule gegenüber anderen Schularten nicht erhöhen lassen wird.“

Der BLLV will durch die Regionale Schulentwicklung gerade die stark ideologisierte und unfruchtbare Strukturdiskussion vermeiden. „Es geht nicht um Ideologie, sondern um gute Berufs- und Lernperspektiven für unsere Jugend.“ Wo Schularten weiter getrennt voneinander ein funktionierendes Schulangebot bereitstellen können, soll dies auch weiter der Fall sein. Wo jedoch der Erhalt der wohnortnahen Schule, und damit der kulturellen und wirtschaftlichen Attraktivität des ländlichen Raums, schulartübergreifende Lösungen notwendig machen, dürfen diese nicht aus Gründen der Rechthaberei und des dogmatischen Prinzipienstreits verdammt werden. An vielen Schulstandorten wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, die Schüler nach der vierten Klasse auf drei verschiedene Schularten zu verteilen. Dort muss es möglich sein, Modelle für längeres gemeinsames Unterrichten zu entwickeln.

Das Konzept der regionalen Schulentwicklung entspricht dem modernsten Stand der pädagogischen Entwicklung. Es setzt auf die Profilierung der Einzelschule, die sich ihr maßgeschneidertes Konzept im Zuge eines Schulentwicklungsprozesses selbst schneidert. Kompetenzen werden von der Zentrale in die Kommunen verlagert. Schüler müssen nicht mehr frühzeitig auf scheinbar homogene Gruppen verteilt und damit zentralisierte Großeinheiten geschaffen werden. Vielmehr erfolgt eine individualisierte Förderung in wohnortnahen, überschaubaren und flexiblen Einheiten. Nach Vorstellungen des BLLV bleibt die staatliche Verantwortung für Strukturen, Inhalte und Personal an den Schulen unbestritten. Für die dienstrechtliche Stellung der einzelnen Lehrer ändert sich durch RSE nichts, sie berührt lediglich die innere und äußere Organisation der Schule, nicht die Dienstverhältnisse der in der Schule unterrichtenden Lehrkräfte.

Am 22. April 2008 treffen sich Bürgermeister und Schulleiter auf einer BLLV-Veranstaltung in Nürnberg. Dort soll es zu einem Informations- und Meinungsaustausch mit BLLV-Referenten und weiteren Experten kommen.
Erwartet wird der Bildungsforscher Ernst Rösner von der Universität Dortmund und Dr. Arthur Christiansen, Bürgermeister aus Schleswig-Holstein. Christiansen hat die Schulen seiner Gemeinde in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt und damit den Prozess einer regionalen Schulentwicklung erfolgreich durchlaufen. Einladung folgt.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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