Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Regionalschule kann wohnortnahes Bildungsangebot sicher stellen / BLLV-Präsident Albin Dannhäuser: „Strukturdebatten dürfen nicht mit heißer Nadel gestrickt werden“

(München) - Auf die Pressekonferenz des bildungspolitischen Sprechers der SPD, Hans-Ulrich Pfaffmann, stellte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Albin Dannhäuser, fest: „Es ist unbestritten, dass an den Hauptschulen die Schülerzahlen dramatisch zurückgehen und die Hauptschule in einigen Regionen keine Zukunfts- und Überlebenschance hat.“ Bereits 358 Teilhauptschulen und voll ausgebaute Hauptschulen wurden seit Einführung der sechsstufigen Realschule geschlossen. Nach Angaben des Kultusministeriums werden bis zum Sommer 2007 insgesamt weitere 299 Teilhauptschulen aufgelöst. Dannhäuser: „Die Zusammenlegung von Hauptschulen zu größeren Schuleinheiten ermöglicht zwar ein differenziertes Unterrichts- und Wahlangebot. Allerdings werden für Schüler die Schulwege länger und Gemeinden drohen schulpolitisch zu versteppen.“

Andere Bundesländer bieten aufgrund rückläufiger Schülerzahlen inzwischen pragmatischere Organisationsformen an. So hat sich die „Regionalschule“ in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern als Regelschule bewährt. Dannhäuser: „Eine Regionalschule kann in bestimmten Gegenden zweckmäßig sein, um auf die Entwicklung der Schülerzahlen angemessen zu reagieren, Finanzmittel gezielt zu investieren und das wohnortnahe Schulangebot sicher zu stellen.“ Modellversuche zur Regionalschule bedürften jedoch nicht nur einer sorgfältigen längerfristigen Vorbereitung, sondern auch den Verzicht auf ideologische Vorbehalte gegen jede Form pragmatischer Kooperation zwischen verschiedenen Schularten. Der BLLV-Präsident sieht die Gefahr, dass eine polarisierende Strukturdiskussion alle anderen Schulprobleme überlagert. Vordringlich sind nach Auffassung Dannhäusers schulpolitische Maßnahmen und finanzielle Investitionen, um die große Zahl der Schüler zu reduzieren, die eine Klasse wiederholen oder die Schule wechseln müssen bzw. die Schule ohne Abschluss verlassen.

„Sensible Strukturdebatten dürfen nicht mit heißer Nadel gestrickt werden, sondern brauchen möglichst den Konsens aller Beteiligten. Deshalb sollte Besonnenheit oberstes Prinzip der Schulpolitik sein“, erklärte Dannhäuser.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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