Pressemitteilung | Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)
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Rentenreform: Länger arbeiten gelingt nur mit besserer Gesundheit

(Berlin) - Die Diskussion über die Reform der gesetzlichen Rente konzentriert sich auf Beitragssätze, Rentenniveau und Altersgrenzen. Das greift an einer entscheidenden Stelle zu kurz. Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben ist die Gesundheit – nur wenn Menschen gesundheitlich in der Lage sind, länger zu arbeiten, können wirtschaftliche Potenziale eines längeren Erwerbslebens erschlossen werden. Eine Analyse in der neuesten Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs zeigt: Die wirtschaftlichen Erträge einer verbesserten Gesundheit sind beträchtlich und sorgen damit auch für die finanzielle Stabilität der Sozialversicherungen.

Der vfa hat berechnet, welches wirtschaftliche Potenzial eine längere Erwerbstätigkeit im Alter von 66 bis 69 Jahren bietet. Bei einer Anhebung der Regelaltersgrenze auf 70 Jahre könnten bis zu 1,6 Millionen zusätzliche Erwerbstätige mobilisiert werden. Das entspräche knapp 800.000 Vollzeitstellen und einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung von rund 106 Milliarden Euro.

„Die Rentendebatte wird zu oft wie eine reine Rechenaufgabe behandelt. Entscheidend ist aber, ob Menschen länger gesund und arbeitsfähig bleiben können“, sagt vfa-Chefvolkswirt Dr. Claus Michelsen. „Wer über längere Lebensarbeitszeiten spricht, muss deshalb auch Prävention, Rehabilitation und moderne Gesundheitsversorgung im Blick haben. Gesundheit ist keine Nebenbedingung der Rentenreform – sie ist ihre Voraussetzung.“

Bis zu 40 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen und Sozialbeiträge

Die Berechnungen beleuchten auch die fiskalischen Effekte: Ein längeres Erwerbsleben könnte zusätzliche Steuereinnahmen und Sozialbeiträge von mehr als 40 Milliarden Euro generieren. In welcher Höhe das Potenzial genutzt werden kann, hängt wesentlich davon ab, ob die Menschen im höheren Erwerbsalter gesund bleiben.
Genau hier besteht Klärungsbedarf. Die von der Rentenkommission vorgeschlagene Kopplung des Renteneintritts an die Lebenserwartung verweist zwar auf Prävention und Rehabilitation. Während Altersgrenzen, Abschläge und Übergangsfristen jedoch konkret beziffert werden, bleiben die gesundheitspolitischen Voraussetzungen bislang vergleichsweise vage.

Prävention ist Zukunftssicherung

Prävention sollte deshalb als Investition in Arbeitsfähigkeit, Wachstum und die Stabilität der sozialen Sicherungssysteme verstanden werden. Moderne Arzneimittel, frühzeitige Behandlung, bessere Impfquoten, Rehabilitation und Gesundheitskompetenz können dazu beitragen, dass Menschen länger gesund bleiben – und länger am Erwerbsleben teilhaben können.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Henrik Jeimke-Karge, Pressesprecher(in) Wirtschaftspolitik, Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040

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