Wer Innovation nur als Ausgabe sieht, rechnet Deutschland ärmer
(Berlin) - Neue Arzneimittel kosten Geld. Aber sie sparen auch Geld: in Krankenhäusern, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Eine neue Analyse des WifOR-Instituts im Auftrag des europäischen Pharmaverbandes EFPIA zeigt: Der Einsatz innovativer Arzneimittel zahlt sich mehrfach aus.
„Wer Innovation nur als Ausgabe sieht, rechnet Deutschland ärmer. Neue Arzneimittel vermeiden Krankenhausaufenthalte, erhalten Arbeitskraft und schaffen volkswirtschaftlichen Nutzen. Genau diesen Fortschritt jetzt durch pauschale Abschläge und Rabattlogiken auszubremsen, wäre gesundheitspolitisch kurzsichtig und wirtschaftspolitisch falsch,“ so kommentiert vfa-Präsident Han Steutel die Studie.
Korrigierte Passage: Für Deutschland beziffert die Analyse den gesellschaftlichen Nutzen neuerer Arzneimittel (untersucht wurden drei große Therapie-/ATC-Gruppen) auf umgerechnet 12 Milliarden Euro (rund 13,7 Milliarden US-Dollar) für den Zeitraum 2014 bis 2024. Dem stehen zusätzliche Arzneimittelausgaben von rund 2,76 Milliarden Euro (rund 3,15 Milliarden US-Dollar) gegenüber. Jeder zusätzlich investierte Dollar bringt damit rechnerisch 4,3 Euro (rund 4,9 US-Dollar) an Nutzen zurück. Allein vermiedene Krankenhauskosten machen in Deutschland rund 2,34 Milliarden Euro (rund 2,67 Milliarden US-Dollar) aus.
Europaweit ist das Bild ähnlich deutlich: In 29 Ländern stehen zusätzlichen Arzneimittelausgaben von rund 11,7 Milliarden Euro (rund 15,5 Milliarden US-Dollar) messbare gesellschaftliche Effekte von rund 66,2 Milliarden Euro (rund 87,9 Milliarden US-Dollar) gegenüber. Der Ertrag liegt damit beim 5,7-Fachen.
Die Zahlen kommen zur richtigen Zeit. Denn in Deutschland wird derzeit erneut darüber diskutiert, ob innovative Arzneimittel das Gesundheitssystem belasten. Die Studie zeigt: Das Gegenteil ist der Fall – neuere Arzneimittel haben einen größeren gesamtgesellschaftlichen Nutzen.
„Zusätzliche Abschläge, neue Rabattmechanismen und eine preisgetriebene Steuerung der Versorgung: Das wäre Sparpolitik mit Nebenwirkungen,” so Steutel weiter. Wer innovative Arzneimittel pauschal billiger macht und ihre Erstattung erschwert, verliert ihren Mehrwert für die Gesellschaft. Denn die Kosten verschwinden dadurch nicht. Sie tauchen nur an anderer Stelle wieder auf: in Krankenhäusern, in Betrieben, in Familien und in der Sozialversicherung.
Link zur Analyse: https://efpia.eu/media/iymhhttr/how-innovation-drives-health-and-growth-in-europe-assessing-the-return-on-investment-of-innovative-medicines.pdf
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Jochen Stemmler, Pressesprecher(in) Politik, Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040
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