Pressemitteilung | DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
Anzeige

RFID: Schlüsseltechnologie der Zukunft

(Berlin) - Die Fernbedienung öffnet das richtige Auto und nicht das daneben, auch wenn es genau derselbe Typ ist. Zehn Marathonläufer gehen fast gleichzeitig über die Ziellinie, und für jeden gibt es die exakte Zeitmessung - ohne, dass jemand eine Stoppuhr drückt. Das alles funktioniert mit RFID-Technologie (Radio Frequency Identification). Zunehmend erfolgt ihr Einsatz auch in wesentlich größeren Dimensionen. Beispiel dafür ist die Lieferkette: Vorlieferanten, Hersteller, Logistiker und Händler tauschen ihre Daten mehr und mehr per RFID aus.

Technologie: RFID ermöglicht, Gegenstände über Funk – also ohne physischen Kontakt – eindeutig zu erkennen. Dafür werden kleine Funkchips - so genannte „Tags“ – auf den zu identifizierenden Gegenständen angebracht. Jeder dieser Chips verfügt über eine eindeutige Nummer. Dort, wo die Erkennung stattfinden soll, also z.B. beim Marathon an der Ziellinie, stehen Lesegeräte, die Tags erfassen, deren Nummer registrieren und mit Informationen ihrer Datenbank abgleichen.

Potenzial: Der Markt wächst rasant. Laut Prognosen werden im Jahr 2010 weltweit rund 22 Milliarden Euro in RFID-Systeme investiert – ein Wachstum von mehr als 50 Prozent pro Jahr. Die EU-Kommission hat im März 2007 festgestellt, dass die Technologie das Potenzial besitzt, sich zu „einem wichtigen neuen Wachstums- und Beschäftigungsmotor zu entwickeln“ und so zur Verwirklichung der Lissabon-Ziele beitragen kann. Gleichzeitig hat sie betont, dass Datenschutz und Privatsphäre der Bürger sichergestellt werden müssen.

Chancen: Deutschland ist führend bei der technischen Entwicklung von RFID. Weitere Forschung ist aber erforderlich: z.B., um die Kosten der Tags (der meistverwendete kostet zurzeit etwa 7 Cent) zu senken – eine Chance für den Innovationsstandort Deutschland. Die Technologie optimiert Geschäftsprozesse und senkt Kosten, indem sie z.B. in der KFZ-Produktionssteuerung das richtige Teil zur richtigen Zeit an den richtigen Platz bringt oder bei der Warenanlieferung die automatische Erfassung in großen Einheiten ermöglicht – eine Chance für Industrie und Handel. RFID verbessert zudem Rückverfolgbarkeit von Gütern und verhindert Produktfälschungen – eine Chance für Verbraucher.

Was tut die IHK-Organisation? Die IHKs vor Ort informieren und unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Einführung von RFID. Der DIHK setzt sich bei der Politik für wirtschaftsfreundliche Lösungen ein. Z.B. hat er mit Politik, Verbraucherschützern und Unternehmen eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft zum Umgang mit RFID im Handel entwickelt. Darin wird u.a. festgelegt, dass mit RFID-Chip versehene Produkte zu kennzeichnen sind und die Tags nach dem Kauf entfernt oder unbrauchbar gemacht werden können.

Was ist Aufgabe der Politik?

Vermeidung einer Überregulierung im Bereich Datenschutz: Neue Technologien bieten Chancen – leider auch für Missbrauch. Dennoch dürfen sich die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen nicht am „worst case“ orientieren, sonst verpufft das Potenzial von RFID. Die bestehenden Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten bieten derzeit bereits ausreichende Sicherheit.

Einheitliche Funkfrequenzen: Einheitliche Frequenzen sind Voraussetzung für RFID in der globalen Wirtschaftswelt. Wichtig ist daher die Harmonisierung der Frequenznutzungsbedingungen. Hierfür muss sich die EU koordinierend einsetzen. Angesichts der absehbaren Zunahme der RFID-Nutzung muss über die Freigabe weiterer Frequenzen nachgedacht werden. Hier ist die Bundesnetzagentur gefordert.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Pressestelle Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: (030) 203080, Telefax: (030) 203081000

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige