Pressemitteilung | (vzbv) Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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RFID-Technologie: Ohne das Vertrauen der Verbraucher zum Scheitern verurteilt / vzbv: Erst Datenschutz und Verbraucherschutz sicherstellen, dann neue Technologien einführen

(Berlin) - Klare Vorgaben für einen verbraucherfreundlichen Einsatz der RFID-Technologie hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gefordert. "Erst wenn klare Regeln zum Datenschutz bestehen darf die Technologie auf den Verbraucher losgelassen werden", sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller. Die Gefahr der Erstellung von Kunden- und Bewegungsprofilen müsse frühzeitig gebannt werden.

Mehrfach steht in dieser Woche die Zukunft der RFID-Technologie auf der Tagesordnung: Am Dienstag (13. März 2007) diskutieren bei einem Workshop des Transatlantischen Verbraucherdialogs (TACD) politische Entscheidungsträger, Vertreter der Wirtschaft und Wissenschaft und Verbraucherschützer (unter anderem vzbv) Wege zur Verbraucherfreundlichkeit der RFID-Technik. Am Donnerstag (15. März 2007) wird RFID ein Thema der Konferenz "Herausforderungen und Chancen in einer digitalen Welt" sein, die die deutsche EU-Ratspräsidentschaft am Weltverbrauchertag durchführt. Zudem hat die EU-Kommission für diese Woche die Veröffentlichung einer Mitteilung zu RFID angekündigt.

Der vbzv kritisierte die Halbherzigkeit, mit der die Bundesregierung und auch große Teile der Wirtschaft die Bedenken der Verbraucher behandeln. "Die Verbraucher werden maßgeblich über den Erfolg der RFID-Technologie entscheiden. Sollte die Technik an den Interessen der Verbraucher vorbei entwickelt werden, dann wird sie scheitern", so Edda Müller. Sie forderte die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, dem Datenschutz in der Debatte um RFID höchste Priorität einzuräumen und die Verbraucherbedenken ernst zu nehmen.

Verbraucher sind skeptisch:

Laut einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aus dem Jahr 2006 befürchten Verbraucher, dass die RFID-Technik ihre Privatsphäre verletzen und ihr Konsumverhalten heimlich ausspionieren wird. In einer im Frühjahr 2005 im Auftrag der Metro-Gruppe durchgeführten empirischen Studie forderten 73 Prozent der Befragten eine permanente Deaktivierung von RFID-Chips an der Kasse.

Für einen wirksamen Schutz der Verbraucher ist entscheidend, dass:

das Bundesdatenschutzgesetz so modernisiert wird, dass Kommunikationstechnologien alle Datenschutzanforderungen in Hinblick auf Datensparsamkeit, Transparenz, freiwillige Einwilligung, Deaktivierung und Kennzeichnung erfüllen, die Vorgaben des gesetzlichen Datenschutzes wirksam in die Praxis umgesetzt werden, die Industrie den Datenschutz und die Datensicherheit in das technische Design integriert.

RFID - eine Technik mit Zukunft?

Radiofrequenztechnologie für Identifikationszwecke (RFID) ist eine Technologie, die nach Vorstellungen der Industrie in naher Zukunft den Barcode verdrängen soll. Das besondere an der RFID-Technologie ist, dass Informationen unsichtbar und kontaktlos ausgetauscht werden können. Der Vorteil für die Wirtschaft liegt auf der Hand: Der Einsatz von RFID kann insbesondere in der Logistik und im Handel für Einsparungen sorgen. Der Nutzen für Verbraucher ist jedoch bisher schwer abzuschätzen: Zwar kann die RFID-Technologie dazu genutzt werden, die Rückverfolgbarkeit von Produkten zu verbessern oder Medikamente fälschungssicherer zu machen, sie kann jedoch auch dazu genutzt werden, Lebensgewohnheiten von Verbrauchern unbemerkt für kommerzielle Zwecke auszuspionieren. Die RFID-Technik stellt somit eine erhebliche Gefahrenquelle für die Persönlichkeitsrechte der Verbraucher dar.

Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. Pressestelle Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin Telefon: (030) 258000, Telefax: (030) 25800218

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