Pressemitteilung | Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG)

Rüge für Heinz Breer und Johannes Noé / Retuschierung einer Abbildung als wissenschaftliches Fehlverhalten gewertet

(Bonn) - Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in seiner heutigen Sitzung Professor Dr. Heinz Breer, Universität Hohenheim, und Dr. Johannes Noé, Universität Zürich, wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit der Publikation "Noé/Breer, Journal of Neurochemistry, Vol. 71, S. 2286-2293, 1998", eine Rüge erteilt. Die Rüge ist auf der Skala der DFG-Sanktionen die mildeste Form. Der Hauptausschuss entschied auf der Grundlage einer Bewertung des zuständigen DFG-Ausschusses zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, der nach einer Anhörung der beiden Wissenschaftler und der Einsichtnahme von Originalunterlagen zu seiner Entscheidung gelangt war.

Danach ist festzuhalten, dass den Abbildungen 6b und 8b der Publikation eine Datenmanipulation zugrunde liegt. Die DFG kommt zu der Überzeugung, dass die von Breer und Noé eingeräumte Ersetzung von Primer-Banden durch Hintergrund zwar nicht zu einer Änderung der mit der Abbildung verbundenen wissenschaftlichen Kernaussage führe, dennoch werde der Eindruck hervorgerufen, dass der dem Experiment zugrunde liegende Primer vollständig verbraucht worden sei. Auf das Entfernen hätte in der Publikation hingewiesen werden müssen. Dass dies nicht geschehen sei, wertet die DFG als wissenschaftliches Fehlverhalten. Da die Schönung der Daten die wissenschaftliche Aussage der Publikation nicht berühre, sei eine Rüge allerdings ausreichend.

Professor Breer hat versichert, dass alle anderen unter seiner Ko-Autorschaft veröffentlichten Publikationen frei von Fehlern seien, wie sie im Zusammenhang mit den Publikationen "Schreiber, S., Fleischer, J., Breer, H. and I. Boeckhoff, Journal of Biological Chemistry, 275, S. 24115-24123, 2000", beziehungsweise "Noé/Breer, Journal of Neurochemistry, Vol. 71, S. 2286-2293, 1998", gemacht worden seien. Sämtliche Publikationen seien in seinem Institut auf solche Fehler hin überprüft worden.

Quelle und Kontaktadresse:
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