Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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Saubere Alternative für Europas Küsten: Studie zeigt großes Potenzial für E-Fähren

(Berlin/Brüssel) - Fähren in europäischen Hafenstädten verursachen teils mehr Luftverschmutzung als der gesamte Autoverkehr vor Ort. Dabei könnten bis 2035 rund 60 Prozent der europäischen Fähren batterieelektrisch und somit emissionsfrei betrieben werden – vielfach bereits wirtschaftlicher als mit fossilen Kraftstoffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der europäischen Umweltorganisation Transport & Environment, deren Mitglied der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist.

„Elektrische Fähren sind längst keine Zukunftsvision mehr. Gerade auf kurzen und regelmäßigen Routen in Nord- und Ostsee können emissionsfreie Antriebe schnell Realität werden. Jetzt braucht es klare politische Vorgaben, damit neue Fähren konsequent klimaneutral gebaut und bestehende Schiffe nachgerüstet werden“, sagt Sönke Diesener, NABU-Schifffahrtsexperte. „Bund und Länder müssen batterieelektrische Antriebe verbindlich in Ausschreibungen verankern, Landstrom verpflichtend machen und gezielt in Ladeinfrastruktur investieren.“

Die Studie zeigt, dass Fähren trotz ihrer zentralen Rolle für Inselversorgung und regionalen Verkehr bislang ein blinder Fleck der europäischen Verkehrspolitik sind. Allein im Jahr 2023 verursachte die europäische Fährflotte CO₂-Emissionen in Höhe von rund 13,4 Millionen Tonnen. Gleichzeitig ist die Flotte mit durchschnittlich 26 Jahren stark überaltert und steht vor einer umfassenden Modernisierung.

Aus Sicht des NABU bietet dieser anstehende Flottenwechsel eine einmalige Chance: Elektrische Fähren könnten Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen deutlich senken und so die Lebensqualität in Hafenstädten verbessern. Besonders auf deutschen Kurzstreckenverbindungen, etwa zu Nord- und Ostseeinseln oder im Ostseeraum, bestehen laut Studie günstige Voraussetzungen für eine schnelle Elektrifizierung.

Der NABU fordert daher emissionsfreie Antriebe als Standard bei Neubau, die verpflichtende Nutzung von Landstrom in Häfen, gezielte Förderprogramme für Umrüstung und Neubau elektrischer Fähren sowie faire Wettbewerbsbedingungen durch die Bepreisung fossiler Schiffskraftstoffe bzw. eine Steuerbefreiung von Elektrizität im Verkehrssektor. Zudem sollten öffentliche Fährverbindungen prioritär an emissionsfreie Antriebsarten vergeben werden. „Gerade in Zeiten geopolitischer Krisen und fossiler Preissprünge bieten elektrische Fähren die Chance auf mehr Energieunabhängigkeit und stabile Betriebskosten – insbesondere in Küstenregionen mit viel verfügbarem erneuerbarem Strom“, so Diesener.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Charitéstr. 3, 10117 Berlin, Telefon: 030 284 984-0

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