Schadstoffe in der Kabinenluft: ver.di fordert unabhängige Untersuchungen
(Berlin) - Erneut berichtete gestern (16. März 2010) das ARD-Fernsehmagazin "plusminus" über den Verdacht, dass aufgrund eines Konstruktionsfehlers ("bleed air") hochtoxische Stoffe in die Kabinenluft von Passagiermaschinen gelangen könnten. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nimmt die Sorgen der Kabinenbeschäftigten sehr ernst und fordert eine unverzügliche, umfassende und von Geldern der Luftfahrtindustrie unabhängige Untersuchung aller Umstände, die mit dem in Fachkreisen diskutierten "Aerotoxischen Syndrom" zusammenhängen könnten. "Während das Problem im englischsprachigen Raum schon seit Jahren diskutiert wird, scheinen die deutschen Aufsichtsbehörden bis hin zum Bundesverkehrsminister vollkommen überrascht", sagte ver.di-Vorstandsmitglied Erhard Ott.
Große Airlines hätten bereits zugegeben, dass entsprechende Vorfälle ("smoke incidents") unter bestimmten Bedingungen auftreten können, verwiesen jedoch auf das ambivalente Untersuchungsergebnis eines britischen Expertengremiums, das einen direkten Zusammenhang zwischen kontaminierter Kabinenluft und dem "Aerotoxischen Syndrom", weder feststellt noch ausschließt.
"Wir dürfen nicht länger zulassen, dass dieses Problem vertuscht wird. Alle Beteiligten müssen unvoreingenommenen an einer konstruktiven Lösung des Problems arbeiten. Dies gilt für Betroffene, die wir unterstützen, für Flugzeug- und Triebwerkshersteller, Airlines und ebenso für die zuständige Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen", forderte Ott.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand
Pressestelle
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 6956-0, Telefax: (030) 6956-3001
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