Pressemitteilung | Verbraucherzentrale Bayern e.V.
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Schnäppchen oder Gesundheitsrisiko? Gemeinsam für sichere Produkte im Online-Handel

(München) - Gesundheitsschädliche Chemikalien in Kleidung oder durchschwelende Elektrokabel – immer mehr Produkte, die den europäischen Sicherheitsstandards nicht genügen, kommen über digitale Shopping-Plattformen in Verbraucherhaushalte. Verbraucherschützer, Wissenschaftler und Vertreter aus Politik und Wirtschaft sprechen sich gemeinsam für Maßnahmen aus. Vermeintliche Schnäppchen von außerhalb der EU dürfen kein Gesundheitsrisiko darstellen, so die einheitliche Auffassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer von der Verbraucherzentrale Bayern organisierten Fachveranstaltung anlässlich des Weltverbrauchertags.

Thorsten Glauber, Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, betonte: “Online-Shopping ist oft verlockend günstig. Aber Produkte zu Dumpingpreisen können erhebliche Risiken bedeuten. Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen nicht durch technische Defekte oder gesundheitliche Aspekte gefährdet werden. Wir wollen kluges und gefahrloses Einkaufen im Internet gemeinsam mit den Menschen gestalten. Unser Ziel sind klare Regeln, sichere Produkte und faire Märkte. Die Verbraucherzentrale Bayern ist hierbei seit vielen Jahren ein wichtiger Partner. Sie informiert, berät über Verbraucherrechte und stärkt die Menschen für einen sicheren Einkauf im Netz."

Aktuell stellen unsichere Produkte, die massenhaft über Onlineplattformen wie Temu oder Shein nach Europa kommen, den Verbraucherschutz vor enorme Herausforderungen. Allein sechs Milliarden Pakete mit einem Warenwert von unter 150 Euro gelangten im Jahr 2025 in die EU. Auch die heimische Wirtschaft stellen die oft konkurrenzlos billigen Produkte aus Fernost vor Probleme.

Marion Zinkeler, Vorständin der Verbraucherzentrale Bayern, forderte: “Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards verlassen können.” Um die Flut von unsicheren Produkten auf europäischen Märkten einzudämmen, sind aus Sicht der Verbraucherschützer Anpassungen von EU-Regelungen und die Stärkung von Zoll und Marktüberwachung nötig. So sollte der Zugang zu heimischen Märkten für Produkte, die nicht den EU-Regeln entsprechen, gar nicht erst möglich sein. Darüber hinaus sollten bereits in Verkehr gebrachte, nicht-konforme Produkte schnellstmöglich gefunden und entfernt werden. Die Plattformen müssten zur Verantwortung gezogen werden können, so Tatjana Halm, Referatsleiterin Recht und Digitales bei der Verbraucherzentrale Bayern.

Ernst Läuger, Präsident des Handelsverbands Bayern e. V. appellierte an die Politik, innerhalb der EU gültige Standards wirksam durchzusetzen. Im Umgang mit den Plattformen solle der Gesetzgeber dafür sorgen, dass diese bzw. die Hersteller zuständige Ansprechpartner in Europa etablieren.

Anlässlich des Weltverbrauchertags hatte die Verbraucherzentrale Bayern am 12. März Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft eingeladen, um über Lösungsansätze für mehr Produktsicherheit und Verantwortlichkeiten im Sinne eines besseren Verbraucherschutzes zu diskutieren.

Quelle und Kontaktadresse:
Verbraucherzentrale Bayern e.V., Mozartstr. 9, 80336 München, Telefon: 089 55 27 94-0

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