Pressemitteilung | DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.

Schües: Ausbildung ist "Thema des Jahrzehnts" / DIHK-Ausbildungskongress in Frankfurt am Main eröffnet

(Berlin) - Ihrer Verantwortung für die Zukunft der Berufsausbildung in Deutschland werden Politik und Gewerkschaften derzeit nicht voll gerecht. Dies kritisierte Nikolaus W. Schües, Vizepräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), und Vorsitzender des DIHK-Bildungsausschusses.

Bei der Eröffnung des DIHK-Ausbildungskongresses am 26. Juni in Frankfurt am Main verwies Schües darauf, dass der besondere Vorteil der so genannten dualen Berufsausbildung – also Ausbildung in Betrieb und Schule – in der Nähe zum Beschäftigungssystem liege.

Dadurch sei Ausbildung allerdings auch stark von den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig: Strukturelle Veränderungen, verschleppte Reformen am Arbeitsmarkt und im Sozialsystem, überdurchschnittlich hohe steuerliche Belastungen und Konjunktureinbrüche lasteten schwer auch auf dem Lehrstellenmarkt.

Trotz dieses derzeitigen negativen wirtschaftlichen Umfeldes bilden mehr als 190.000 Betriebe aus. Wenn die Bundesregierung dennoch mit einer Ausbildungsplatzabgabe drohe, „handelt sie unverantwortlich und konterkariert die Anstrengungen der Wirtschaft für mehr Ausbildung“, sagte Schües wörtlich.

Den Gewerkschaften warf Schües vor, nach wie vor Tarifverträge mit Übernahmeverpflichtungen und teils zu hohen Vergütungen zu belasten. Er forderte die Gewerkschaften auf, endlich den Widerstand gegen „schlanke, theoriegeminderte Berufe für praktisch Begabte mit verminderter Ausbildungsdauer“ aufzugeben.

Sonst würden insbesondere den 15 Prozent Jugendlichen ohne Schulabschluss – jährlich rund 80.000 Jungen und Mädchen – weiterhin dauerhaft Chancen verbaut. Es gebe zahlreiche konkrete Vorschläge der Wirtschaft für diese Berufe, etwa den neuen Beruf des Servicefahrers und den des Maschinenführers.

Notwendige Reformen in der beruflichen Bildung ließen sich, so Schües, auch ohne Gesetzesänderungen erreichen. Er halte Änderungen des Berufsbildungsgesetzes nur dort für geboten, wo neue Rahmenbedingungen mehr Spielräume schaffen können. Unnötige Einschränkungen, Fehlleitungen von Ressourcen und Bürokratie müssten dagegen beseitigt werden.

Eine Novellierung müsse die enge Verzahnung der Ausbildung mit dem Beschäftigungssystem festigen, die Berufsfähigkeit der Auszubildenden stärken und ihnen den Übergang in die Weiterbildung erleichtern. Sie müsse die Praxisnähe der Ausbildung stärken und die Ausbildungsfähigkeit aller Betriebe quantitativ und qualitativ fördern, so der Vorsitzende des DIHK-Bildungsausschusses.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Breite Str. 29, 10178 Berlin Telefon: 030/203080, Telefax: 030/203081000

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