Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Schule braucht junge Lehrer

(München) - Kritik an der Lehrerbedarfsplanung des bayerischen Kultusministeriums übte Karin Leibl, die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Junglehrer (ABJ). „Alle Schüler müssen gefördert werden und brauchen die Unterstützung gerade auch durch junge Lehrerinnen und Lehrer“, so Leibl. Wie bereits in den Jahren zuvor werden viele junge gut ausgebildete Kolleginnen und Kollegen, die den Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Grund- und Förderschulen erfolgreich absolvierten, keine Anstellung finden. Gute Aussichten auf eine Stelle haben hingegen Realschul- und Gymnasiallehrer in bestimmten Fächerkombinationen, die ihrerseits bis vor wenigen Jahren mit strengen Einstellungsbedingungen zu kämpfen hatten.

Die ABJ fordert auch in diesem Zusammenhang eine längere gemeinsame Schulzeit und eine damit einhergehende Reform der Lehrerausbildung.

„Würden alle Schüler bis zur zehnten Klasse in die gleiche Schule gehen, so wäre eine Spezialisierung der Lehrer nach verschiedenen Schularten überflüssig. Der Lehrerbedarf könnte dann leichter vorausberechnet und es könnte flexibler auf die Bedürfnisse des einzelnen Kindes eingegangen werden“, so Leibl.

Unhaltbar ist die derzeitige Situation an den Gymnasien. Dort sind 900 ausgebildete Lehrer auf der Warteliste. Besonders erschreckend ist, dass nur 300 dieser Kollegen in den Staatsdienst wollen. Der Staat bildet also teuer Lehrkräfte aus, die dann in die Wirtschaft wechseln, was angesichts der hohen Klassenstärken besonders dramatisch ist. Man muss sich fragen, wieso der Schuldienst so unattraktiv ist und wie man den Lehrerberuf attraktiver machen kann.

Dramatisch stellt sich die Situation für Sonderschullehrer dar. Leibl:

„Die Schließung von Klassen an Förderschulen kann angesichts arbeitsloser Sonderschullehrer nicht hingenommen werden.“ Insbesondere fordert die ABJ die Einstellung von mehr Sonderschullehrern auch für den Einsatz in anderen Schularten, zum Beispiel für Integrationsprozesse oder individuelle Förderung. „Die Kompetenzen der jungen Lehrkräfte werden an allen Schularten dringend gebraucht.“

Ebenso ist es mit den Fachlehrern im musisch/technischen Bereich. „Das Ministerium plant eine Hauptschuloffensive mit Berufsorientierung. Da sind Fachlehrer dringend erforderlich. Bereits jetzt werden mehr als ein Drittel des Unterrichts im kaufmännisch-bürotechnischen und gewerblich-technischen Bereich von nicht ausgebildeten oder in Kürze nachgeschulten Hauptschullehrern unterrichtet. In Oberbayern ist die Situation noch weit dramatischer.“ Hier sei zu überlegen, ob es nicht längst Zeit für eine weitere Ausbildungsstätte im Süden Bayerns sei.

Leibl mahnte an, über der Hauptschul-, G8- und R6-Diskussion die Grundschulen nicht zu vergessen. Gerade in den Anfangsklassen ist eine angemessene Lehrer-Schülerrelation wichtig und wesentlich für den Lernprozess. „Statt immer nur Klassenmesszahlen zu vergleichen und Statistiken zu zitieren, sollte über die wertvolle Arbeit von Lehrertandems nachgedacht werden.“ Nur auf diese Weise kann angemessen differenziert und den Kindern individuell geholfen werden.

Die ABJ ist die Interessenvertretung von über 10.000 junger Lehrerinnen und Lehrer im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV).

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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