Schule darf Schüler und Lehrer nicht krank machen
(München) - Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Albin Dannhäuser, macht die Fixierung auf Noten verantwortlich für die Stresssymptome deutscher Schülerinnen und Schüler. Nach einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) und der Zeitschrift Focus Schule zeigt fast jedes fünfte Kind unter 18 Jahren deutliche Symptome von Schulstress wie Bauchschmerzen oder Angst vor Prüfungen. 60 Prozent der gestressten Schüler leiden nach einer dpa-Meldung unter Konzentrationsverlust und Nervosität, 23 Prozent wollen gar nicht mehr in die Schule gehen. Dannhäuser: Schüler und Eltern starren auf Noten, weil diese im rigiden Auslesesystem unserer Schule über Schulkarriere und Lebenschancen entscheiden. Lehrerinnen und Lehrer sind gezwungen, nach Fehlern zu fahnden und müssen unterdurchschnittliche Leistungen diskriminieren. Das bleibt nicht ohne Folgen: Wer dauernd mit den Noten vier, fünf und sechs beurteilt wird, verliert Mut und Selbstvertrauen, obendrein hat er auch schlechte Karten bei der Verteilung von Lebenschancen.
Dannhäuser appellierte an die Landespolitik, die alarmierende Entwicklung ernst zu nehmen und bei den anstehenden schul- und bildungspolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen. Wir brauchen eine gesunde Schule, gesunde Schüler und gesunde Lehrer. Voraussetzungen sind mehr pädagogisches Personal, kleinere Klassen und deutlich verbesserte Fördermaßnahmen.
Leider zeigen bereits Kinder in der Grundschule Stresssymptome. Sie spüren den wachsenden Auslesedruck. Dannhäuser: Pädagogisch Ziel führender wäre es, den individuellen Lernfortschritt jedes einzelnen Schülers in den Mittelpunkt zu stellen: Weg von der Etikettierung und Stigmatisierung hin zur Einzelförderung und Differenzierung im Unterricht. Ohne die Vermittlung der dafür notwendigen Kompetenzen in der Lehrerbildung und die Schaffung kleinerer Klassen bleibt dieses Anliegen jedoch ein frommer Wunsch, stellte er klar. Niemand müsse sich angesichts des steigenden Drucks in den Klassenzimmern und den schlechten Lern- und Arbeitsbedingungen über das Ergebnis der Befragung wundern.
Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
Andrea Schwarz, Pressereferentin
Bavariaring 37, 80336 München
Telefon: (089) 7210010, Telefax: (089) 7250324
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