Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Schulentwicklung braucht starke Schulleitungen / BLLV- Präsident bewertet die gestern (2. Dezember 2009) im Kabinett angestoßene Diskussion um die Zukunft der Schulleitungen positiv / "Allerdings müssen sich die Arbeitsbedingungen verbessern"

(München) - Die gestern (2. Dezember 2009) von Kultusminister Ludwig Spaenle im Kabinett vorgestellten Pläne zur Zukunft der bayerischen Schulleiterinnen und -leiter stoßen im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) auf grundsätzliche Zustimmung: "Wir bewerten es positiv, dass diese wichtige Diskussion angestoßen und dadurch auch der Prozess der Schulentwicklung beschleunigt wird", sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel in einer ersten Reaktion. Es sei außerdem erfreulich, dass das Kultusministerium Impulse des Wissenschaftlich- Technischen- Beirats aufgreife, die der BLLV vorbehaltlos unterstütze. Erst am Wochenende hatten rund 80 Experten des BLLV- Landesausschusses einstimmig eine Resolution zur Zukunft der bayerischen Schulleitungen verabschiedet, in der sie ausdrücklich "mehr Eigenverantwortung und mehr Zeit für pädagogisches Führungshandeln" einfordern. Dazu müssten aber die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, heißt es in dem Text.

"Nach den gestrigen (2. Dezember 2009) Ankündigungen Spaenles ist noch nicht erkennbar, welche Kapazitäten geschaffen werden sollen, damit die derzeit rund 6500 Schulleiterinnen und -leiter in Bayern die komplexen Führungsaufgaben erfüllen", erklärte Wenzel. "Sie agieren bereits am Limit und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Zwar sollen sie andauernd neue und zusätzliche Aufgaben bewältigen, bekommen dafür aber weder die erforderliche Zeit zur Verfügung gestellt, noch das nötige Personal."

Der BLLV fordert daher als Minimum zwei Stunden tägliche Zeit für pädagogisches Führungshandeln, zusätzlich zu den bereits vorhandenen Anrechnungsstunden, deren Bemessungsgrundlage in Bezug auf die Schülerzahlen deutlich gesenkt werden muss. Darüber hinaus fordert der BLLV- Landesausschuss in der Resolution Anrechnungen für weitere Aufgaben wie z.B. der Leitung eines Ganztagsschulbetriebes oder Vollschulbetriebes. Dazu muss aus Sicht des BLLV ein entsprechender Aufgaben- und Anrechnungskatalog entwickelt werden. Wenzel betonte, dass den sich derzeit im Dienst befindlichen Schulleiter/innen schnell und effizient geholfen werden müsse. "Sie brauchen dringend Entlastung, sie müssen Arbeitsbedingungen vorfinden, die ihnen helfen, die täglichen Herausforderungen zu bewältigen."

Ohne Stärkung der Schulleitung sei Schulentwicklung nicht möglich", stellte Wenzel außerdem klar. Weil Schulleitung in Zukunft noch viel stärker als bisher die Verantwortung für die Gestaltung und Entwicklung der Einzelschule tragen werde, müsse sie über die gestern (2. Dezember 2009) präsentierten Vorstellungen des Kultusministeriums hinaus als eigenständiger, auf dem Lehrerberuf basierender Beruf definiert und mit einem eigenen Professionsverständnis und der dazu gehörenden Qualifizierung ausgestattet werden. Wenzel: "Es zeichnet sich bereits ab, dass bei den Schulleitungen künftig grundlegende Entscheidungskompetenzen in Personalfragen und in Fragen der Schulentwicklung liegen werden. Schulleitung der Zukunft ist ein Vollzeitberuf - die Leitungsaufgabe muss Vorrang vor der Unterrichtstätigkeit haben. Schulleitung wird in Zukunft eine Teamaufgabe sein und herausgehobene Verantwortung übernehmen müssen - dies muss selbstverständlich auch mit Status und Besoldung korrespondieren."

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Pressestelle Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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