Pressemitteilung | Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
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Schutzgebiete sind wirksames Mittel im Kampf gegen den Artenschwund / Tschimpke: „Natura 2000“ ist eine der größten Leistungen der Europäischen Union

(Bonn/Brüssel) - Der NABU und sein Dachverband BirdLife International haben erneut auf die Notwendigkeit von Schutzgebieten hingewiesen, um den nationalen und weltweiten Artenverlust aufzuhalten und der Bevölkerung weiterhin Gratisleistungen der Natur wie saubere Luft und ausreichend Wasser zu sichern. Sie dienten dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Lebensqualität und dem Wohlbefinden der Bürger Europas, betonten die beiden Verbände anlässlich der gestrigen (29. Mai 2008) Vorstellung des europaweiten Schutzgebietsnetzes „Natura 2000“ auf der UN-Naturschutzkonferenz durch EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. „Natura 2000“ umfasst inzwischen über 26.000 Schutzgebiete auf etwa 20 Prozent der Fläche der Mitgliedstaaten der EU und gilt als wesentliches Instrument zur Umsetzung des Zieles der EU-Staaten, das Artensterben bis zum Jahr 2010 zu stoppen.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke würdigte „Natura 2000“ als eine der größten Leistungen der Europäischen Union, die Vorbildcharakter für das auf der UN-Naturschutzkonferenz angestrebte weltweite Schutzgebietssystem habe. Er begrüßte daher das klare Bekenntnis von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu „Natura 2000“ bei der Eröffnung des Ministersegmentes am Mittwoch (28. Mai 2008). Gleichzeitig kritisierte er, dass einige Länder wie Hessen und Nordrhein-Westfalen immer noch versuchten, „Natura 2000“ als Wirtschaftsbremse zu brandmarken und die Schutzstandards zu senken. „Naturschutz muss vor der eigenen Haustür anfangen. Es ist unglaubwürdig, von den armen Ländern des Südens die Einrichtung weiterer Schutzgebiete für Tiger und Elefanten zu fordern, während man hier den Schutz bedrohter Arten und Lebensräume lockern will“, so Tschimpke.
Deutschland trage zum Beispiel besondere Verantwortung für die mitteleuropäischen Buchenwälder und den Rotmilan, von dem 60 Prozent des Weltbestandes in Deutschland brüten.

Clairie Papazoglou, Leiterin des Brüsseler Büros von BirdLife International, verwies vor diesem Hintergrund auf die ersten Ergebnisse der Studie des Ökonomen Pavan Sukhdev zu den Folgekosten der Naturzerstörung, die gestern (29. Mai 2008) in Bonn vorgestellt wurde. Danach beläuft sich allein der direkte wirtschaftliche Nutzen aus Schutzgebieten auf mindestens fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr. „Natura 2000-Gebiete sind keine `Käseglocke, sondern lassen nachhaltige Nutzungen der natürlichen Ressourcen zu“, so Papazoglou.

Quelle und Kontaktadresse:
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) Pressestelle Charitéstr. 3, 10117 Berlin Telefon: (030) 284 984 - 0, Telefax: (030) 284 984 - 20 00

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