Sechs Jahre PISA: Politik der kleinen Schritte bringt nur langsam voran
(Berlin) - Die neue PISA-Studie stellt Deutschland im internationalen Vergleich ein leicht besseres Zeugnis aus. Sie zeigt aber auch: Die PISA-Spitzenländer ziehen weiter davon.
Beim PISA-Naturwissenschaftstest liegt Deutschland zwar in der Spitzengruppe der OECD-Länder. In Zeiten des sich ausbreitenden Fachkräftemangels klingt diese Nachricht wie eine Freudenbotschaft. Doch der 13. Platz im Ranking der Länder allein macht nicht glücklich, denn die PISA-Forscher haben noch mehr herausgefunden: Zu wenige Jugendliche in Deutschland wollen einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf ergreifen.
PISA-Studie zeigt die Mängel im System:
Trotz der leicht besseren Ergebnisse ist der Abstand zu den PISA-Spitzenländern nicht geringer geworden, in der Lesekompetenz ist er sogar gewachsen. Auch diese Länder haben sich also weiter positiv entwickelt.
Der Anteil der in den Naturwissenschaften besonders guten Schüler hat sich erhöht (11,8 Prozent) und liegt jetzt leicht über dem OECD-Durchschnitt (9,0 Prozent), ist aber noch weit entfernt von den Spitzenländern Finnland (20,9 Prozent), Japan (15,0 Prozent) und Neuseeland (17,6 Prozent). Der Anteil der Risikoschüler ist bei uns unter den OECD-Schnitt gesunken.
Trotz der guten Ergebnisse interessieren sich hierzulande gerade die leistungsfähigen Schüler zu wenig für die Naturwissenschaften. Nur 18 Prozent können sich vorstellen, einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf zu ergreifen (OECD: 25,2 Prozent).
Schulleitungen berichten über viele Aktivitäten zu einer naturwissenschaftlich-technische Berufsorientierung, während sich zugleich die Schüler aber schlecht informiert fühlen über mögliche Zukunftsperspektiven.
DIHK-Bewertung:
Die Leistungen in den Naturwissenschaften stimmen optimistisch für die Zukunft. Das Lob darf nicht eingeschränkt werden, nur weil die Schwerpunkte der PISA-Aufgaben im Umweltbereich lagen und deutsche Schüler dafür besonders sensibilisiert sind. Deutschland ist in der Energie- und Umwelttechnik führend in der Welt, und offenbar wächst da ein viel versprechender Nachwuchs heran. Es muss jetzt alles daran gesetzt werden, die begabten Schüler zu motivieren, naturwissenschaftlich-technische Berufe zu ergreifen.
DIHK-Forderungen:
Die bisherigen Schulreformen sind noch nicht der große Wurf. Nationale Bildungsstandards, mehr Selbstverantwortung für die Schulen verbunden mit regelmäßigen Leistungsmessungen werden zwar zu Qualitätsverbesserungen führen. Wir brauchen jedoch nach wie vor ein Gesamtkonzept für die Schulentwicklung.
Erforderlich sind eine realitätsnahe Lehreraus- und -fortbildung und ein an bestimmte Voraussetzungen gebundener Zugang zum Lehrerberuf. Lehrer brauchen z. B. Kommunikationsstärke, Belastbarkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion.
In kleineren Klassen können Lehrer gezielter einzelne Schüler fördern. Dafür muss sich jedoch auch der Unterricht ändern. Kleinere Klassen und weiterhin Unterricht wie bisher darf es nicht geben.
Die Schulen müssen sich öffnen. Sie müssen mit Betrieben, Vereinen, Bibliotheken, sozialen Einrichtungen kooperieren. Berufsorientierung gehört verbindlich in jedes Schulprogramm, die Berufswahl muss systematisch vorbereitet werden.
Ein regelmäßiger Austausch zwischen Elternhaus und Schule über die Lernfortschritte der Kinder muss von der ersten Grundschulklasse an selbstverständlich sein.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Ute Brüssel, Pressesprecherin
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 203080, Telefax: (030) 203081000
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