Pressemitteilung | BUND e.V. - Bundesverband - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
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Seehofer will Ökosiegel für Agrarprodukte verteidigen / BUND für Verbesserung der Standards

(Berlin) - Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Absicht von Bundesagrarminister Horst Seehofer, sich auf EU-Ebene gegen eine Aufweichung der Standards bei Ökosiegeln durch eine neue Öko-Verordnung einzusetzen. Die Umstellung der europäischen Landwirtschaft auf umweltgerechte Produktionsmethoden dürfe nicht durch eine Abschwächung der Kriterien für Ökoprodukte abgewürgt werden. Erforderlich sei vielmehr die Verbesserung der jetzigen Standards. Der Entwurf der Öko-Verordnung sehe unter anderem eine EU-weite Einheitskennzeichnung für Bioprodukte vor. Zu befürchten sei eine damit einhergehende Abschaffung der bisherigen Ökolabels.

In einem dem Umweltverband vorliegenden Antwortschreiben Seehofers auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) heißt es, dass die geplanten Änderungen der Kennzeichnung von Öko-Produkten nicht akzeptabel seien. Seehofer schreibt, dass die geplante Öko-Verordnung „einen großen Schritt hin zu einer EU-weit staatlich reglementierten Einheitsqualität im ökologischen Landbau, einen unangemessenen Eingriff in die Eigentumsrechte der Wirtschaftsbeteiligten und eine weitgehende Ausschaltung des Qualitätswettbewerbs darstellen würde“. Daneben lehnt er auch das vorgesehene Werbeverbot ab. Danach soll künftig nicht mehr damit geworben werden dürfen, dass Produkte nach strengeren Standards hergestellt wurden als in der europäischen Öko-Verordnung vorgeschrieben sind. Bei einer Weiterentwicklung der Rechtsvorschriften seien „sorgfältige Verhandlungen erforderlich, bei denen Qualität den Vorrang vor dem zeitlichen Aspekt haben sollte“, schreibt Seehofer.

Der BUND fordert den Erhalt und die Weiterentwicklung der bestehenden Qualitätssiegel. Alle Kennzeichnungen, egal ob europäisch, national oder privat, müssten einen deutlichen Vermerk über die regionale Herkunft des Produktes erhalten. Darüber hinaus seien strengere Futter- und Düngemittelvorschriften erforderlich.

„In einem immer stärker globalisierten Lebensmittelmarkt bekommt der Verbraucher mit optimierten Kennzeichnungen bessere Möglichkeiten, sich bewusst für heimische Produkte zu entscheiden. Das stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe und umweltgerechte Produktionsmethoden“, so Gerhard Timm, Bundesgeschäftsführer des BUND.

Quelle und Kontaktadresse:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Rüdiger Rosenthal, Pressesprecher Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin Telefon: (030) 275864-0, Telefax: (030) 275864-40

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