Sehrbrock: Angebot an Ausbildungsplätzen weiter unzureichend
(Berlin) - Zur Berufsbildungsbilanz 2007 der Bundesregierung sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Donnerstag (13. Dezember 2007) in Berlin:
Die Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt bleibt weiter angespannt. Auch wenn sich die Zahl der Ausbildungsverträge nach den jetzt vorliegenden Daten um zirka 50.000 erhöht hat, verändert sich nichts an der Dramatik der Ausbildungsplatzsituation. Während 1992 760.000 Absolventinnen und Absolventen aus den allgemeinbildenden Schulformen noch rund 595.000 Ausbildungsverträge abschließen konnten, erreichten 2007 von 946.200 Absolventinnen und Absolventen 625.000 ein Ausbildungsverhältnis. Der Steigerung der Ausbildungsverträge steht eine wesentlich größere Nachfrage von jungen Menschen gegenüber. Das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen ist also weiter unzureichend.
Der bundesweite Zuwachs von 49.761 zusätzlichen Ausbildungsverträgen wurde fast ausschließlich in den westdeutschen Ländern erzielt. Dort stieg die Zahl der Neuabschlüsse um 48.601, bzw. 10,7 Prozent auf 500.816. In den ostdeutschen Ländern und Berlin stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge leicht um 1.160 bzw. 0,9 Prozent und lag bei 125.098. Es gibt also ein deutliches Ost-West-Gefälle auf dem Ausbildungsstellenmarkt.
Jungen Menschen stehen immer noch keine ausreichenden Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie sind gezwungen, auf vorhandene Ausbildungsplätze zurückzugreifen, ohne ihre persönlichen Berufswünsche verwirklichen zu können. Hinzu kommt, dass nach wie vor viele Altbewerberinnen und bewerber aus den vergangenen Jahren auf der Suche sind. Das Bundesinstitut für Berufsbildung geht von mehr als 300.000 aus.
Der DGB lehnt Vorschläge ab, über einen Ausbildungsbonus zu versuchen, das Angebot an betrieblichen Ausbildungsplätzen zu erhöhen. Es ist zu befürchten, dass es zu Fehlentwicklungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt kommen wird.
Bei einer pauschalen Förderung aus öffentlichen Mitteln ist davon auszugehen, dass Qualitätsaspekte in der Ausbildung vernachlässigt werden und Ausbildungsbereiche gefördert werden, die jetzt schon Ausbildung vorrangig unter Kostengesichtspunkten sehen (Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe). Bundesländer, die bisher den Weg gegangen sind, durch finanzielle Anreize zusätzliche Ausbildungskapazitäten zu schaffen, haben deshalb von diesem Instrument Abstand genommen, weil es zu Mitnahmeeffekten führt und im Ergebnis die Zahl der Ausbildungsverhältnisse nicht wesentlich beeinflusst.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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