Sehrbrock: Scholz´ Vorschläge helfen Praktikanten nicht
(Berlin) - Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock hat es als bedauerlich bezeichnet, dass Arbeitsminister Olaf Scholz darauf verzichtet, die Situation von Praktikantinnen und Praktikanten zu verbessern. An der gesetzlichen Grundlage ändert sich nichts. Schon heute soll ein Praktikum ein `Lernverhältnis´ und die Vergütung `angemessen´ sein. Wir wissen, dass sich viele Unternehmen darum keinen Deut scheren, sagte Sehrbrock am Dienstag (18. März 2008) in Berlin.
Sie forderte den Arbeitsminister auf, Praktika generell auf drei Monate zu begrenzen. Der Arbeitsminister hat es in der Hand, den Missbrauch von Praktika auszuschließen. Eine zeitliche Begrenzung per Gesetz ist das einfachste Instrument, um sicher zu stellen, dass das Praktikum tatsächlich ein Lernverhältnis ist. Je länger Praktika dauern, desto größer ist die Gefahr, dass sie reguläre Beschäftigung ersetzen sollen.
Fast zwei Millionen junge Menschen fangen nach Studium oder Ausbildung noch mal ganz von vorne an als Praktikant. Nicht mal 20 Prozent werden anschließend befristet oder unbefristet übernommen, so Sehrbrock. Wir können nicht täglich die große Bedeutung von Bildung und Innovation preisen und gleichzeitig zusehen, wie junge, motivierte und gut ausgebildete Menschen für wenig oder kein Geld als Praktikanten ausgenutzt werden.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat eine repräsentative Befragung von Berufseinsteigerinnen und -einsteigern im Alter von 18 und 34 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung in Auftrag gegeben. Danach absolviert ein Fünftel nach Ausbildung oder Studium mindestens noch ein Praktikum. Mehr als drei Viertel der Befragten gibt an, während des Praktikums mindestend die Hälfte der Arbeitszeit als normale Arbeitskraft eingesetzt worden zu sein.
Die Befragten stellen sich mehrheitlich hinter die DGB-Forderungen: 50 Prozent sind der Auffassung, dass Praktika auf die Zeit vor Ende der Ausbildung begrenzt werden sollten, 63 Prozent befürworten die Einführung einer Mindestvergütung, 64 Prozent sind für eine gesetzliche zeitliche Begrenzung von Praktika.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324
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