Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Bundesvorstand
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Sehrbrock: Seit Ausbildungspakt steigt Zahl unversorgter Jugendlicher kontinuierlich an

(Berlin) - Zu den Ausbildungsdaten der Bundesagentur für Arbeit erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock am Mittwoch (11. Oktober 2006) in Berlin:

„Die ohnehin schon schlimmen Erwartungen bezüglich der Zahl der jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz wurden noch einmal übertroffen. Die Lücke beträgt jetzt also 50.000. Dazu kommen 100.000 junge Menschen, die in Warteschleifen stecken oder notgedrungen auf eine Ausbildung verzichten. Das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal.

Der Ausbildungspakt zwischen Wirtschaft und Regierung ist gescheitert. Seit dem Inkrafttreten dieses Paktes steigt die Zahl der unversorgten Jugendlichen kontinuierlich an, im Vergleich zum Vorjahr um 9.000. Dies ist ein Armutszeugnis für den Pakt. Durchhalteparolen und Augenwischerei ersetzen echte Lösungen. Die Wirtschaft führt die Große Koalition ebenso an der Nase herum wie schon Rot-Grün.

Nur 23 Prozent der Betriebe bilden aus. Dabei könnten viel mehr Betriebe ausbilden – und würden davon auch profitieren. Ausbildung rechnet sich. Vor allem die DAX-Unternehmen, die zum Teil riesige Gewinne einfahren, schrauben ihre Ausbildung zurück. Damit schneiden sie sich ins eigene Fleisch.

Der DGB bekräftigt seine Forderung nach einem Sofortprogramm für 50.000 außerbetriebliche Ausbildungsplätze, um die Notsituation auf dem Ausbildungsmarkt kurzfristig zu beheben. Der DGB setzt sich weiterhin für eine Ausbildungsumlage ein, die in der Baubranche seit 30 Jahren erfolgreich praktiziert wird. Firmen, die ausbilden, sollen entlastet werden, Firmen die nicht ausbilden, sollen ihren Beitrag zur Ausbildung leisten. Das schafft nicht nur mehr Ausbildungsplätze, sondern auch einen fairen Ausgleich zwischen den Unternehmen.“

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Hilmar Höhn, Leiter, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060324

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