Pressemitteilung | (bvse) Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
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Sekundärbaustoffe im Straßenbau: bvse-Experten sehen kein Regelungs-, sondern ein Umsetzungsproblem

(Bonn) - Der stärkere Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe scheitert derzeit nicht an fehlenden gesetzlichen Grundlagen, sondern vor allem an Defiziten bei der praktischen Umsetzung.
Diese Position vertraten bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer und QUBA-Geschäftsführer Thomas Fischer auf einer Informationsveranstaltung zu Sekundärbaustoffen im Straßen- und Tiefbau am 20. Mai 2026 im Schloss Ettersburg. Eingeladen hatten der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e.V. (Bauindustrie Mitte) und der Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) e.V.

Stefan Schmidmeyer (Geschäftsführer bvse-Fachverband Mineralik – Recycling und Verwertung) und Thomas Fischer (Geschäftsführer QUBA GmbH) machten in ihrem Vortrag deutlich, dass die Voraussetzungen für einen stärkeren Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe längst geschaffen sind. „Wir brauchen keine neuen Regelungen mehr – wir müssen die bestehenden Möglichkeiten nur endlich konsequent umsetzen“, betonten die beiden Experten.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand das Thema „Spielräume im Vergaberecht bei der Ausschreibung von mineralischen Ersatzbaustoffen“. Nach Auffassung der Referenten eröffnet das geltende Vergaberecht öffentlichen Auftraggebern bereits heute weitreichende Spielräume, den Einsatz von Ersatzbaustoffen aktiv zu fördern. „Die rechtlichen Möglichkeiten sind vorhanden – vielfach fehlt bei den ausschreibenden Stellen bislang lediglich der Wille, sie konsequent auszuschöpfen“, erklärten Schmidmeyer und Fischer.

Zugleich widersprachen die Referenten dem häufig geäußerten Vorwurf, Ersatzbaustoffe würden Bauprojekte verteuern. „Ersatzbaustoffe verteuern das Bauen nicht – im Gegenteil: Sie können erheblich zur Kostensenkung beitragen“, betonten sie. Vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise und wachsender Anforderungen an Ressourceneffizienz gewinne der Einsatz qualitätsgesicherter Recyclingbaustoffe zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung.
Entsprechend großes Interesse fand das Thema Qualitätssicherung. Mit dem QUBA-Siegel, erläuterte Thomas Fischer, könne zuverlässig nachgewiesen werden, dass Ersatzbaustoffe sämtliche Anforderungen an Bautechnik und Umweltverträglichkeit erfüllen und damit Primärbaustoffen gleichwertig seien. „Akzeptanz entsteht durch die nachgewiesene Qualität“, betonte Fischer. Mit dem QUBA-Qualitätssiegel hält der Hersteller alle Anforderungen an Sekundärbaustoffe im Bauwesen gemäß der geltenden öffentlich-rechtlichen Vorschriften ein und schafft Sicherheit für ausschreibende Stellen und Anwender im Straßen- und Erdbau, Hochbau sowie Garten- und Landschaftsbau. Gleichzeitig ermöglicht das QUBA-Siegel auch ohne spezielle Abfallende-Verordnung die Feststellung des Produktstatus für qualitätsgesicherte Ersatzbaustoffe.

Positiv bewerteten die Referenten die Resonanz der Veranstaltung. Die Ersatzbaustoffverordnung sei von zahlreichen Teilnehmern ausdrücklich als tragfähige und ausreichende Grundlage eingeordnet worden. „Die Branche braucht derzeit keine zusätzlichen Vorschriften mehr, sondern endlich eine konsequente Umsetzung der bestehenden Regelungen“, erklärte Stefan Schmidmeyer.

Schmidmeyer und Fischer dankten den Veranstaltern für die Einladung und den intensiven fachlichen Austausch mit Vertretern aus Bauwirtschaft, Verwaltung und Recyclingbranche. Die Diskussion habe gezeigt, dass die Bereitschaft zum stärkeren Einsatz qualitätsgesicherter Ersatzbaustoffe in der Praxis weiter wachse. „Jetzt gilt es, aus den vorhandenen Möglichkeiten endlich gelebte Praxis zu machen“, so das gemeinsame Fazit.

Quelle und Kontaktadresse:
(bvse) Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Michaela Ziss, Referent(in) Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fränkische Str. 2, 53229 Bonn, Telefon: 0228 988490

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