Pressemitteilung | Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV)
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Sinkende Schülerzahlen - Scherbenhaufen oder Chance? / Bis 2023 brechen die Schülerzahlen regional bis zu 30 Prozent ein / BLLV-Präsident Dannhäuser lädt zu einer Expertenanhörung „Chancen für neue Schulmodelle“ ein

(München) - Die Schülerzahlen werden in den nächsten 16 Jahren um fast ein Fünftel zurückgehen. Grenznahe Regionen werden bis zu 30 Prozent ihrer Schüler verlieren. „Die Schulpolitik muss auf diesen Erdrutsch rechtzeitig reagieren“, forderte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Albin Dannhäuser, im Vorfeld einer Anhörung von Experten aus Schulforschung und Schulrecht. Der BLLV will herausfinden, mit welchen schulischen Organisations- und Gestaltungsformen die dramatische demografische Entwicklung beantwortet werden könnte.

Als alarmierend bezeichnete Dannhäuser den Zusammenbruch des flächendeckenden Angebots an Hauptschulen. Seit der Einführung der sechsstufigen Realschule sind von 1658 (Teil-)Hauptschulen nur mehr 999 übrig. Weitere Schulen sind in ihrer Existenz gefährdet. „Wenn nicht sofort und entschieden gehandelt wird, steht die bayerische Schulpolitik sehr bald vor einem Scherbenhaufen“, warnte der BLLV-Präsident. Während in Realschulen und Gymnasien die Klassen aus allen Nähten platzen, stehen mehr und mehr Hauptschulen leer. Noch längere Schulwege und die Konzentration von Schülern in großen Schuleinheiten sind keine pädagogisch akzeptable Lösung.

Eine zukunftsweise Schulreform muss auf die unterschiedlichen Anforderungen von Großstädten und Landgemeinden eingehen. Eltern, Schüler und Lehrer brauchen eine solide und verlässliche Planung in der Schulentwicklung.

Verantwortliche Bildungspolitiker müssen

- Verwerfungen und Defizite in der Schulpolitik er- und anerkennen,
- wesentliche Entscheidungskompetenzen von der zentralen auf die lokale Ebene verlagern,
- die Bildungsangebote an veränderte Lebens,- Lern- und Arbeitsbedingungen der Kinder anpassen,
-mehr Geld in das Bildungsfundament (Kindergarten/Grundschule) investieren.

„Eine Schule, die den Bildungsbedürftigen einer Region gerecht werden soll, muss leistungsfähige Angebote wohnortnah vorhalten können. Sie muss Schülern hohe Kompetenzen vermitteln und attraktive Anschlüsse ermöglichen. Vor allem aber muss Schule in der Region eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren. Sie muss flexibel organisiert und bezahlbar sein sowie die gesetzten Bildungsstandrads erfüllen“, so Dannhäuser.

Der BLLV arbeitet an einem Konzept, das weiter blickt als bis zu den im Jahr 2008 anstehenden Kommunal- und Landtagswahlen. Zu diesem Zweck findet am Mittwoch, 13.12. 2006, in der Geschäftsstelle des BLLV in München am Bavariaring 37, eine Anhörung mit Experten aus Deutschland statt. Beginn ist um 9.30 Uhr. Vertreter/innen der Medien sind herzlich eingeladen, an dieser Veranstaltung teil zunehmen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband e.V. im VBE (BLLV) Andrea Schwarz, Pressereferentin Bavariaring 37, 80336 München Telefon: (089) 72100129, Telefax: (089) 72100155

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