Sitzung des Zentralbankrates in Madrid: Zinserhöhung würde Arbeitsmarktmisere zementieren
(Berlin) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht keinen Grund für eine Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank. Mit Blick auf Äußerungen einzelner Mitglieder des EZB-Zentralbankrates im Vorfeld der heutigen (08. Juni 2006) Sitzung sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki:
Die Aufwertung des Euro während der letzen Wochen und die hohen Erdölpreise stellen bereits eine massive Belastung für das Wachstum dar. Die Risiken für die aktuelle Konjunkturentwicklung sind deutlich höher als das Inflationsrisiko. Eine Zinserhöhung würde den Euro noch weiter in die Höhe treiben und den Export nur zusätzlich belasten. Die infolge gestiegener Ölpreise immer wieder von der EZB heraufbeschworenen Zweitrundeneffekte bei der Lohnentwicklung entbehren jeglicher Grundlage. Wer zum jetzigen Zeitpunkt die Leitzinsen erhöht, bekämpft ein Gespenst und zementiert zugleich die katastrophale Lage am Arbeitsmarkt. Wichtig ist jetzt, dass die Geldpolitik den erforderlichen Spielraum dafür gewährt, dass sich das Wirtschaftswachstum auch über das laufende Jahr hinaus entwickeln kann.
Auch Experten bewerten eine mögliche Zinserhöhung seitens der EZB zum jetzigen Zeitpunkt als falsches Signal. Nach Einschätzung der OECD wäre eine Zinserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht. Auch der IWF sieht keinen Grund für eine Zinserhöhung von einem halben Prozentpunkt. Angesichts der hohen Ölpreise und der Euroaufwertung hält der IWF es für unwahrscheinlich, dass die Wirtschaft in naher Zukunft um mehr als zwei Prozentpunkte wachse.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand
Hilmar Höhn, Leiter, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit
Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin
Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060324
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