Pressemitteilung | Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) - Bundesvorstand
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Sommer: Globalisierungsfanatikern offensiv Paroli bieten

(Berlin) - Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer hat die Gewerkschaften aufgerufen, „den Globalisierungsfanatikern unsere besseren Werte und Ideen entgegenzustellen und sie mit voller Überzeugungskraft zu vertreten“. Wer verlange, dass sich die Gewerkschaften einem neoliberalen Zeitgeist und den vermeintlichen Sachzwängen der Globalisierung anpassen müssten, meine es nicht gut mit uns, betonte er auf der Eröffnungsveranstaltung des IG Metall-Kongresses. Denn das wäre die Kapitulation der Gewerkschaften vor dem ungebremsten Finanzkapitalismus und der Verzicht auf die Durchsetzung berechtigter Interessen der Beschäftigten. „Das geht nicht mit uns,“ versicherte Sommer am Sonntag (4. November 2007) in Leipzig.

Diese Auseinandersetzung werde auch um die Hegemonie in den Köpfen und im Denken und damit um die Hoheit im politischen Handeln geführt, erläuterte der DGB-Chef. Insofern hätten die Arbeitgeber von Gesamtmetall aus ihrer Sicht gute Gründe, die Initiative Neue soziale Marktwirtschaft mit Ideen und jährlichen Millionenbeträgen zu speisen. Umso wichtiger sei es, dass die Gewerkschaften dagegen hielten.

Scharf kritisierte Sommer eine Ökonomie, in der florierende Firmen von Hedgefonds mit Krediten aufgekauft und anschließend ihres Eigenkapitals beraubt würden. Die Zeche müssten die Beschäftigten mit Lohnverzicht, längeren Arbeitszeiten und schlimmstenfalls Arbeitslosigkeit bezahlen: „Es ist alles andere als zukunftsfähig, wenn man Menschen Opfer zumutet, ohne ihnen Perspektiven zu sichern.“

Umlagefinanzierte Rente besser als private Altersvorsorge

Es ist nach Sommers Worten auch alles andere als modern, hochqualifizierte, erfahrene Beschäftigte zu entlassen, an der Weiterbildung zu sparen und sich aus der Ausbildungsverpflichtung zu stehlen, „um hinterher über Fachkräftemangel zu klagen und das Heil in irgendwelchen Green- oder Bluecards zu suchen“. Es könne nicht angehen, Menschen mit 50 zum alten Eisen zu erklären, um sie anschließend mit Hartz IV abzuspeisen. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit hätten über 50-Jährige ausgesprochen schlechte Beschäftigungschancen.

Wenn darüber hinaus noch jede menschenwürdige Brücke vom Erwerbsleben in die Rente gekappt wird und älteren Arbeitslosen die Zwangsrente mit hohen Abschlägen drohe, „dann ist dies schlicht und ergreifend eine falsche Politik“. Das gelte auch für die Rente mit 67. Ihre grundlegende Überprüfung anhand der realen Beschäftigungsentwicklung müsse dazu führen, „dass dieser sozialpolitische Irrweg korrigiert wird,“ forderte Sommer von der großen Koalition.

Angesichts der aktuellen Finanzmarktkrise kritisierte er, dass die Politik den Menschen predige, privat vorzusorgen. „Die Unsicherheiten und Risiken der kapitalistischen Finanzmärkte haben in der Altersversorgung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eigentlich nichts verloren.“ Allerdings müssten die Gewerkschaften schon wegen der verordneten Rentenkürzungen mit Tarifverträgen und Betriebsrentensystemen Risiken eingrenzen. „Nur sollten wir uns das Prinzip der umlagefinanzierten Rente nicht kaputt machen lassen. Es ist und bleibt allemal sicherer als jede private Vorsorge,“ unterstrich der DGB-Vorsitzende.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand Axel Brower-Rabinowitsch, Leiter, Presse- / Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin Telefon: (030) 24060-0, Telefax: (030) 24060-324

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