Sonnleitner: Nachfrage nach Nahrungsmitteln treibt die Agrarmärkte / 10. Berliner Gespräch zur Nachhaltigkeit beschäftigte sich mit Agrarmärkten
(Berlin) - Von der Bioenergie geht keine Verdrängung der Nahrungsmittelerzeugung aus. Die Nahrungsmittelproduktion bringt mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Dies betonte Gerd Sonnleitner, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), im Rahmen des 10. Berliner Gesprächs zur Nachhaltigkeit am 15. Oktober 2007, veranstaltet von der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL). Energie- und Rohstofferzeugung sei für die Bauern nach wie vor ein Zuerwerb, das Hauptgeschäft bleibe die Erzeugung hochwertiger Nahrungs- und Futtermittel. Auch seien angesichts der weltweiten Preisveränderungen derzeit gerade die Biokraftstoff- und Biogasanlagenbetreiber ins Hintertreffen geraten, seien also von der gegenwärtigen Entwicklung besonders betroffen. Was gegenwärtig die Märkte anheizt, ist also nicht die Bioenergie, sondern der Weltmarkt bei Nahrungsmitteln, sagte Sonnleitner. Ingesamt sei aber die positive Agrarpreisentwicklung und die Bioenergie eine echte win-win-Situation mit Vorteilen für Landwirte, Verbraucher und Klimaschutz in allen Teilen der Welt.
Um aber auch die Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen für die Bioenergieerzeugung befriedigen zu können, müssten stille Reserven produktionsmäßig wieder genutzt werden. Hier erwarte ich von der EU-Kommission, dass die Stilllegungsverpflichtung ein für allemal beseitigt wird, sagte Sonnleitner. Genauso erhofft er sich von der gesamten Agrarwirtschaft - insbesondere von der Pflanzenzüchtung - einen Innovationsschub, damit mehr Erträge von der Fläche geholt werden können. Damit könne dann auch der oft zu hörende Kritikpunkt entkräftet werden, dass steigende Nahrungsmittelpreise den Hunger auf der Welt verschärfen würden.
Steigende Nahrungsmittelpreise seien nicht per se ein Nachteil, sondern würden gerade den Bauern in den Entwicklungsländern und den ländlichen Räumen helfen, sagte Sonnleitner. Dies sei das Ergebnis einer Veranstaltung mit Bauernvertretern der ganzen Welt und Marktexperten internationaler Organisationen wie OECD und FAO gewesen. Demnach führe eine steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten für Nahrungs- und Nicht-Nahrungszwecke zu stabileren landwirtschaftlichen Einkommen und damit weltweit zu weniger Armut und Hunger. Auch gebe es genügend Ressourcen und Produktivitätsreserven, um beide Märkte - Nahrungsmittel- und Energiemarkt - umweltverträglich zu bedienen, erklärte Sonnleitner.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Bauernverband e.V. (DBV), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Pressestelle
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Telefon: (030) 31904-0, Telefax: (030) 31904-205
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