SoVD-Chef: „Kürzung bei Psychotherapien ist unverantwortlich“
(Hannover) - Die Vergütung für ambulante Psychotherapien soll um 4,5 Prozent gekürzt werden. Das hat der Bewertungsausschuss entschieden. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sieht darin ein fatales Signal angesichts des ohnehin schon großen Versorgungsengpasses bei Psychotherapien. Er fordert eine Rücknahme der Kürzungen.
Wer heutzutage einen Psychotherapie-Platz sucht, muss häufig monatelang warten, weil es zu wenig Therapeut*innen gibt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die Lage dramatisch: Jede*r Fünfte unter 18 Jahren hat mit psychischen Problemen zu kämpfen. Jetzt hat der Bewertungsausschuss auf Initiative des GKV-Spitzenverbands eine Honorarkürzung um 4,5 Prozent bei ambulanten Psychotherapien beschlossen. „Diese Entscheidung ist unverantwortlich und verschärft die bestehende Versorgungskrise“, betont Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Denn: „Die Kürzungen werden dazu führen, dass sich noch weniger Therapeut*innen niederlassen und Angebote für gesetzlich Versicherte vorhalten. Therapien können sich dann nur noch diejenigen leisten, die sie auch privat bezahlen können.“
Das Ziel, im Gesundheitswesen Kosten einzusparen, dürfe nicht zulasten derjenigen umgesetzt werden, die dringend Hilfe benötigen. „Neben Kindern und Jugendlichen brauchen auch immer mehr Senior*innen oder Menschen mit Behinderung Unterstützung bei Depressionen oder spezielle Behandlungen. Gerade für sie ist es schwierig, in einem Flächenland wie Niedersachsen in der Nähe eine*n Therapeut*in zu finden“, erläutert der niedersächsische SoVD-Chef. Die Kürzungen seien ein fataler Schritt in die falsche Richtung: „Wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Therapeut*innen. Wer hier spart, riskiert höhere Folgekosten durch verzögerte oder ausbleibende Behandlung. Damit sparen die Krankenkassen am Ende nichts“, ist sich Swinke sicher.
Quelle und Kontaktadresse:
(SoVD) Sozialverband Deutschland - Landesverband Niedersachsen e.V., Stefanie Jäkel, Pressesprecher(in), Herschelstr. 31, 30159 Hannover, Telefon: 0511 701480
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