SoVD kritisiert: Zahlreiche DAX-Unternehmen sind kein Vorbild für Inklusion
(Hannover) - Nur 45 Prozent der deutschen DAX-Unternehmen beschäftigen Menschen mit Behinderung. Das zeigt eine Umfrage von SWR und MDR. Auch in Niedersachsen sieht es ähnlich aus. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen reagiert mit Entsetzen auf die Zahlen und fordert von Politik und Arbeitgebenden mehr Einsatz, damit Menschen mit Behinderung einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden.
Unter bestimmten Voraussetzungen sind Unternehmen dazu verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Jobs an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Diese Vorgabe erfüllen lediglich 18 von 40 DAX-Unternehmen. 14 bleiben sogar darunter. „Jeder dritte Großkonzern ignoriert die gesetzlichen Vorgaben und kauft sich lieber mit einer entsprechenden Geldsumme frei. Das ist ein Unding“, sagt Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, wo die Zahlen nahezu deckungsgleich sind.
Als Begründungen nennen die DAX-Unternehmen die Tatsache, dass viele Arbeitnehmer*innen ihre Behinderung nicht angeben würden oder dass es zu wenig Bewerber*innen gebe. „Diese Argumente kommen immer wieder und sind nach wie vor eine Frechheit“, so Swinke weiter. Statistiken zeigten, dass Menschen mit Behinderung gut qualifiziert seien. Hinzu komme, dass die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung doppelt so hoch sei wie bei Personen ohne eine Behinderung. „Es gibt also genügend qualifizierte Bewerber*innen. Man muss sie allerdings auch wollen“, betont der Vorstandsvorsitzende.
Dass gerade große Konzerne ihrer Vorbildfunktion nicht nachkommen, wertet der SoVD als fatales Signal. „Hier fehlt es offenbar an Bereitschaft der Arbeitgebenden und es gibt zusätzlich noch strukturelle Barrieren. Deshalb muss die Politik – vor allem auch die Landesregierung – viel mehr tun, damit Inklusion endlich ernst genommen wird. Das Thema muss ganz oben auf die Agenda. Wenn Inklusion zur Selbstverständlichkeit wird, ist das ein entscheidendes Signal für Unternehmen und Gesellschaft“, fordert Swinke und ergänzt: „Unternehmen müssen für das Thema mehr sensibilisiert und die Einhaltung der Quote muss viel strenger kontrolliert werden. Angesichts des dramatischen Fachkräftemangels brauchen Unternehmen die Arbeitskraft von Menschen mit Behinderung dringend.“
Quelle und Kontaktadresse:
(SoVD) Sozialverband Deutschland - Landesverband Niedersachsen e.V., Stefanie Jäkel, Pressesprecher(in), Herschelstr. 31, 30159 Hannover, Telefon: 0511 701480
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