Soziale Verantwortung: Mehr Verbindlichkeit weniger Beliebigkeit / Neue ISO-Norm soll nachhaltige Produktions- und Konsummuster ankurbeln
(Berlin) - In dieser Woche läuft im chilenischen Santiago die nächste Verhandlungsrunde zwischen Industrie- und Verbrauchervertretern über eine ISO-Norm zur gesellschaftlichen Verantwortung. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) erhofft sich von der neuen Norm mehr Vergleichbarkeit, damit Verbraucher umwelt- und menschenverachtenden Produktions- und Arbeitsbedingungen die rote Karte zeigen können. Vorstand Gerd Billen: "Wir brauchen einen objektiven Maßstab dafür, wann sich ein Unternehmen verantwortlich verhält, damit Verbraucher an der Ladentheke gute von schlechter Praxis unterscheiden können."
Der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt, dass der aktuelle Entwurf auch die Verantwortung von Unternehmen für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards für die Lieferkette vorsieht. "Das heißt, die Unternehmen tragen auch eine Verantwortung für das Verhalten ihrer Zulieferer", so Gerd Billen. Zudem nimmt die Norm erstmals gleichberechtigt Verbraucherrechte neben Umwelt- und Sozialstandards in den Anforderungskatalog auf. Unternehmen tragen demnach eine Verantwortung zum Beispiel für sichere Produkte und den Schutz der Kundendaten. Viele Industrievertreter lehnen verbindliche Vorgaben ab und plädieren für eine nahezu unbeschränkte Handlungsfähigkeit. "Man kann niemanden zwingen, sich über das gesetzlich Gebotene hinaus zu engagieren. Wir müssen aber sicher stellen, dass die soziale Verantwortung nicht beliebig wird", so Gerd Billen. Wo Corporate Social Responsibility (CSR) drauf stehe, müsse auch CSR drin sein.
Seit 2005 ringen Industrie, Regierungen, NGOs und Verbraucherorganisationen über den Wortlaut einer weltweit gültigen Norm für die Bewertung gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband vertritt die Interessen der weltweit tätigen Verbraucherorganisationen. Ziel der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) ist die Veröffentlichung der Norm bis 2010.
Tagung zu Corporate Social Responsibility (CSR) im Oktober 2008
Am 16. Oktober 2008 wird der Verbraucherzentrale Bundesverband im Rahmen der Tagung Corporate Social Responsibility - Verantwortung ist gefragt! die Diskussion über CSR greifbarer machen. Zwei Studien aus den Bereichen Einzelhandel und Banken werden vorgestellt und diskutiert. Die Studien fassen zusammen, was Verbraucher von Unternehmen erwarten, zeigen den Handlungsbedarf auf und heben positive Praxisbeispiele hervor. Zusammen mit Experten aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft soll erörtert werden, wie die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung forciert werden kann. Die Veranstaltung wird in Berlin statt finden.
Quelle und Kontaktadresse:
vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
Pressestelle
Markgrafenstr. 66, 10969 Berlin
Telefon: (030) 258000, Telefax: (030) 25800218
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