Start des GKV-WSG am 1. April 2007 / Alles andere als ein Aprilscherz
(Wiesbaden) - Leider handelt es sich bei dem Inkrafttreten der ersten Teile des GKV-WSG zum 1. April 2007 nicht um einen Aprilscherz. Es ist vielmehr der Einstieg in eine zentralistische Staatsmedizin mit einer Einheitskrankenkasse und einer Einheitsversorgung. Daran ändert auch die Einführung der neuen Wahltarife nichts. Die wenigen in dem Gesetz vorhandenen Chancen will der Berufsverband Deutscher Internisten BDI e.V. allerdings aktiv nutzen, versichert BDI-Präsident Dr. med. Wolfgang Wesiack. Dazu zählen in erster Linie die selektiven Verträge. Am Vertragssystemwettbewerb wird der BDI aktiv gestaltend teilnehmen. Wesiack betont, dass der Verband sämtliche Versorgungsebenen bei internistischen Erkrankungen abbilden kann, da er mit seinen ca. 25.000 Mitgliedern in allen Versorgungsebenen Krankenhaus, haus- und fachärztlich vertreten ist.
Wenig Hoffnung setzt der BDI-Präsident auf die angekündigte neue Gebührenordnung in Euro und Cent. Das muss noch lange nicht mehr Honorar bedeuten. Er befürchtet, dass 2009 nicht mehr, sondern womöglich noch weniger Geld für die vertragsärztliche Versorgung zur Verfügung steht. Die Eröffnungsbilanz des Gesundheitsfonds dürfte die großen Versorgerkassen an den Rand der Insolvenz bringen. Zusätzlich werden sich, unabhängig von der Honorarreform, die Finanzströme zu den einzelnen Kassenärztlichen Vereinigungen erheblich verändern, so dass es sowohl Gewinner- als auch Verlierer-KVen geben wird.
Ohne neue Mittel werden die Veränderungen des EBM 2008 nach Wesiacks Ansicht nur gering sein. Es wird zu weiteren Pauschalierungen kommen mit der Folge, dass die ärztliche Leistung nicht mehr adäquat abgebildet sein wird. Im Verein mit den veränderten Mittelströmen zu den KVen könnte ein neuer fehlkalkulierter EBM den Super-GAU für das KV-System bedeuten. Der BDI wird mit aller Energie darauf dringen, offensichtliche Fehlkalkulationen zu korrigieren. Er wird sich in Zukunft noch stärker gesundheitspolitisch zu Wort melden, auch in der Vorbereitung der nächsten Gesundheitsreform.
Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI)
Pressestelle
Schöne Aussicht 5, 65193 Wiesbaden
Telefon: (0611) 18133-0, Telefax: (0611) 18133-50
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