Pressemitteilung | Deutscher Steuerberaterverband e.V. (DStV)

Steuerberatungskosten m√ľssen in vollem Umfang abzugsf√§hig bleiben / Steuerzahler, Steuerberater und Finanzbeamte fordern den Gesetzgeber zum Umdenken auf

(Berlin) - Anl√§sslich der am Donnerstag (07. Dezember 2005) in Berlin stattfindenden Anh√∂rung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages, in der √ľber die Streichung des Sonderausgabenabzugs f√ľr Steuerberatungskosten (¬ß 10 Absatz 1 Nr. 6 Einkommensteuergesetz) ab 2006 beraten werden soll, fordern der Bund der Steuerzahler, die Deutsche Steuer-Gewerkschaft und der Deutsche Steuerberaterverband den Gesetzgeber zum Umdenken auf. ¬ĄPrivate Steuerberatungskosten m√ľssen weiterhin in vollem Umfang abziehbar bleiben¬ď, sind sich die Pr√§sidenten Dr. Karl Heinz D√§ke, Dieter Ondracek und J√ľrgen Pinne einig.

Nach dem Gesetzesentwurf kann ab 2006 nur noch ein Teil der Rechnung des Steuerberaters steuerlich geltend gemacht werden. Der Teil f√ľr die Ermittlung der Eink√ľnfte ist weiterhin als Werbungskosten abzugsf√§hig. Der Teil f√ľr das Ausf√ľllen der Steuererkl√§rung war bisher als Sonderausgaben abzugsf√§hig, wirkt aber zuk√ľnftig nicht mehr steuermindernd.

Das Steuerrecht ist so kompliziert, dass die Steuerzahler zur Erf√ľllung ihrer Erkl√§rungspflichten auf Steuerfachinformationen oder die Hilfe eines Steuerberaters angewiesen sind. Steuerberatungskosten, zu denen neben den Kosten eines Steuerberaters auch Kosten f√ľr die Anschaffung von Steuerfachliteratur oder eines PC-Steuerprogramms geh√∂ren, sind daher kein freiwilliger, sondern zwangsl√§ufiger Aufwand. Dadurch ist die Leistungsf√§higkeit der Steuerzahler gemindert, was bei der Besteuerung zwingend zu ber√ľcksichtigen ist. Dies hat den Gesetzgeber schon 1965 veranlasst, den Sonderausgabenabzug f√ľr Steuerberatungskosten einzuf√ľhren. Eine Erkl√§rung, warum diese Argumente 2006 keine G√ľltigkeit mehr besitzen sollen, bleiben die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in ihrem Gesetzesentwurf schuldig.

Vermehrt selbst erstellte Steuererkl√§rungen werden eine hohe Fehlerquote zur Folge haben und k√∂nnen dazu f√ľhren, dass steuerliche Abzugsm√∂glichkeiten nicht genutzt werden. Weiterhin ist zu erwarten, dass sich k√ľnftig mehr Steuerzahler mit der Bitte um Hilfe beim Ausf√ľllen der Steuererkl√§rung an die Finanz√§mter wenden werden, die darauf personell nicht eingerichtet sind.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Steuerberaterverband e.V. (DStV) Annette Theobald, Presseabteilung Littenstr. 10, 10179 Berlin Telefon: (030) 278762, Telefax: (030) 27876799

(sk)

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