Steuerreform Politik verunsichert Investoren! / Besteuerung von Finanzierungsaufwendungen kippt Investitionsaufschwung
(Berlin) - Die aktuellen Pläne der Bundesregierung zur Unternehmenssteuerreform drohen laut IHK-Unternehmensbarometer den Investitionsaufschwung zu kippen. Mehr als 1/4 der Unternehmen würde bei Realisierung der Reform ihre Investitionen erheblich drosseln müssen. Auf Basis der Umfrage rechnet der DIHK mit einem Ausfall von mindestens zehn Milliarden Euro Investitionssumme in Deutschland pro Jahr, sollten die diskutierten Pläne umgesetzt werden: Wenn an der zukünftigen Besteuerung von Finanzierungsaufwendungen festgehalten würde, könnten Unternehmen nicht wie bisher die Kosten für Zinsen, Mieten, Pachten und Leasing in voller Höhe als Betriebsausgaben von der ertragsteuerlichen Bemessungsgrundlage abziehen. Gerade für die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen, die den Markt für Beteiligungsfinanzierungen nicht oder nur begrenzt in Anspruch nehmen, verschärfen die vorgeschlagenen Maßnahmen das Finanzierungsproblem erheblich und erhöhen das Insolvenzrisiko. Darüber hinaus würden Unternehmen aus den neuen Bundesländern besonders getroffen, da diese seit der Wiedervereinigung bis heute nicht ausreichend Zeit hatten, ihre Eigenkapitalbasis auf- und auszubauen. Statt das Investitionsklima zu fördern und damit den Boden für mehr Arbeitsplätze in Deutschland zu bereiten, würde genau das Gegenteil erreicht.
Unternehmen warten auf grundlegende Steuerreform
Das Unternehmervotum ist eindeutig: Die Unternehmen wollen eine Vereinfachung des Steuerrechts. Zugunsten niedriger Steuersätze sind 9 von 10 Unternehmen bereit, eine Abschaffung von Sondernormen wie z. B. die ermäßigte Besteuerung außerordentlicher Einkünfte zu akzeptieren. Dabei muss klar sein: Tatbestände, die die betriebliche Wirklichkeit widerspiegeln, müssen erhalten bleiben. Dazu gehören die Abzugsfähigkeit von Betriebsausgaben sowie der Verlustausgleich. Die geplanten Modelle zur Besteuerung von Finanzierungsaufwendungen bedeuten eine weitere Verkomplizierung des Steuerrechts insbesondere für den Mittelstand.
Bürokratische Einschränkungen gefährden Erfolg der Erbschaftsteuer
Deutschland braucht eine Reform der Erbschaftsbesteuerung, mit der Familienunternehmen auch nach dem Generationswechsel erfolgreich fortgeführt werden können. Die vorliegenden Empfehlungen sind jedoch kompliziert und kaum administrierbar mithin alles andere als eine Steuervereinfachung. So ist nicht verwunderlich, dass fast 1/3 der befragten Unternehmen dem Vorhaben die Note mangelhaft gibt. Der DIHK spricht sich gegen eine starre Kopplung an Arbeitsplätze oder die willkürliche Festlegung eines Mindestanteils von 25 Prozent an Kapitalgesellschaften aus. Die Politik sollte die positiven Erwartungen der Unternehmen an eine Reform der Erbschaftsteuer nicht zunichte machen.
Fazit
Ziel der Steuerreformen muss sein, den Wirtschaftsstandort Deutschland für in- und ausländische Investoren attraktiver zu machen. Die geplante Besteuerung von Finanzierungsaufwendungen trifft aber gerade jene Unternehmen, die investieren wollen und somit Arbeitsplätze schaffen. Ein Schritt in die richtige Richtung sind sinkende Steuersätze. Die Bundesregierung sollte jedoch nicht bei 30 Prozent stehen bleiben, Zielmarke des DIHK sind 25 Prozent. Das wäre im Übrigen der beste Weg, Gewinne in Deutschland zu halten.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Ute Brüssel, Pressesprecherin
Breite Str. 29, 10178 Berlin
Telefon: (030) 203080, Telefax: (030) 203081000
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