Stromausfall: Risiko minimieren und rechtzeitig vorsorgen
(Frankfurt am Main) - Nach dem großen Stromausfall im Berliner Versorgungsnetz am Samstag (03.01.) fließt zwar nach sukzessiver Wiederinbetriebnahme von Teilabschnitten mittlerweile in allen betroffenen Haushalte wieder Strom. Eines aber hat der Anschlag auf das Stromnetz der Metropole gezeigt: Die Energieinfrastruktur ist die Achillesferse einer modernen Gesellschaft und relativ leicht angreifbar. Mit enormem wirtschaftlichen Schaden.
Netze resilienter machen und Schaden begrenzen
Angesichts einer angespannten weltpolitischen Lage und multipler Bedrohungen sollte der Vorfall eine Warnung sein, der kritischen Infrastruktur hierzulande mehr Augenmerk zu widmen. Experten fordern das schon lange – auch vor dem Hintergrund, dass Deutschland sich stärker auf das Worst-Case-Szenario eines Angriffs vorbereiten müsse. „Wir müssen uns auch für den Ernstfall wappnen und unsere Stromnetze resilienter machen“, rät Thomas Bürkle, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH): „Dazu zählen Notfallpläne, aber auch dass man Netze engmaschiger plant und baut, mehr Transformatoren einsetzt und verstärkt mit Ringleitungen arbeitet. Das sorgt dafür, dass im Notfall nur Teilbereiche betroffen sind.“
Unabhängig machen mithilfe von PV und Speichern
Wer in einem Ein- und Mehrfamilienhaus wohnt, kann jedoch noch mehr tun und sich mithilfe einer Photovoltaik-Anlage (PV) und eines Speichers unabhängiger vom Versorgernetz machen. Denn über eine PV-Anlage erzeugter und im Speicher eingelagerter Strom steht dem Haus auch bei einem Netz-Blackout zur Verfügung. Zwar sind die Effekte in der sonnenreichen Zeit größer als aktuell, im Winter und bei wenig Sonneneinfall. Die Investition lohnt jedoch, weil sich Hauseigentümer vor dem Hintergrund einer zunehmenden Abhängigkeit von Strom im Zuge der Elektrifizierung und aufgrund der wachsenden Gefahr von Angriffen auf Stromnetze auf diese Weise unabhängiger machen können. Wichtig: Bei der PV-Anlage auf eine Notstromfunktion achten, die es ermöglicht, die Anlage vom Netz zu trennen.
Wer zur Miete oder in einer Eigentumswohnung in einem Mehrparteienhaus wohnt, kann auf bidirektionales Laden setzen. Elektrofahrzeuge dienen dann als Speicher, über den zuvor aus dem Netz „getankter“ Strom wieder zurück ins Hausnetz eingespeist werden kann. Um diese „Reserve“ nutzen zu können, muss allerdings das Auto und auch die Ladeinfrastruktur auf die notwendigen Voraussetzungen überprüft werden. Dass der Gesetzgeber mit dem Stromsteuergesetz (StromStG) sowie mit dem „Gesetz zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Energiebereich“ Ende Dezember auch wichtige Weichen gestellt hat, um bidirektionales Laden zu erleichtern, ist dabei von Vorteil.
„Unsere Gesellschaft wird immer elektrischer. Das bedeutet: Die Abhängigkeit vom Strom wächst noch weiter. Und das macht uns verwundbar“, warnt Thomas Bürkle, und empfiehlt Netzbetreibern wie Verbrauchern daher dazu, sich rechtzeitig mit dem Thema „Absicherung“ auseinanderzusetzen: „Unsere rund 50.000 e-handwerklichen Betriebe sind hier der richtige Ansprechpartner und stehen mit ihrem Know-how und ihrer Erfahrung gerne bereit, um dabei zu unterstützen, dass die Stromversorgung gesichert ist.“
Qualifizierte e-handwerkliche Innungsfachbetriebe in der Nähe sind über die Fachbetriebssuche unter www.elektrobetrieb-finden ganz leicht unter Eingabe der Postleitzahl zu finden.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Maren Cornils, Pressesprecher(in), Lilienthalallee 4, 60487 Frankfurt am Main, Telefon: 069 2477470
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