Studie zu Dokumentenformaten belegt: Parallele Standards fördern Wettbewerb und Innovation
(Berlin) - Das Thema Dokumentenstandards wird zurzeit kontrovers diskutiert. Grund dafür ist die anstehende Entscheidung der International Organization for Standardization (ISO) zur Anerkennung des offenen Dokumentenstandards Open XML, eines bereits von der Ecma (European Computer Manufacturers Association) zertifizierten Standards für Dateiformate. ISO hat bereits das Open Document Format (ODF V1.0) als Standard verabschiedet.
Prof. Dr. Knut Blind Technische Universität Berlin Lehrstuhl für InnovationsökonomieVor diesem Hintergrund ist die Frage nach der Zulässigkeit eines parallelen zu ODF im Wettbewerb stehenden zweiten Standards aufgeworfen worden. Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Knut Blind vom Lehrstuhl für Innovationsökonomie an der Technischen Universität Berlin, die vom Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Niedersächsischen Justizministerium und Microsoft Deutschland in Auftrag gegeben wurde.
Nach der qualitativen Untersuchung verschiedener Volkswirtschaftlicher Modelle kommt Prof. Blind zu dem Ergebnis, dass es zum jetzigen Zeitpunkt zu früh wäre, eine Entscheidung für einen der beiden Standards zu fällen. So könne die Frage nach der technologischen Qualität zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig beantwortet werden. Zudem bestünden noch Unsicherheiten hinsichtlich der Nutzerpräferenzen insbesondere im öffentlichen Sektor, die sich erst durch die weitere Verbreitung und eine längere Erfahrungszeit mit den beiden existierenden Standards reduzieren werden. Da man bei Dokumentenstandards von relativ langen Lebenszyklen ausgehen kann, hätte eine Fehlentscheidung zum jetzigen Zeitpunkt langfristige Auswirkungen. Es spreche somit nichts gegen eine Aufrechterhaltung des Standardisierungswettbewerbs zwischen dem existierenden ISO-ODF-Standard und dem OpenXML-Standard. Der Standardisierungswettbewerb erhöhe den Anreiz, die Standards weiter zu entwickeln und somit für die Nutzer zu verbessern. Jedoch müsse ein funktionierender Wettbewerb in den nachgelagerten Märkten für Softwareapplikationen durch entsprechende Vorkehrungen, wie z. B. die Verfügbarkeit der relevanten Nutzungsrechte, sichergestellt werden. Notwendige Voraussetzungen dafür seien durch die Offenlegung der Open XML-Spezifikationen als Ecma-Standards und die Möglichkeit der kostenlosen Implementierung bereits erfüllt.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB)
Pressestelle
Marienstr. 6, 12207 Berlin
Telefon: (030) 773070, Telefax: (030) 77307200
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