Superwahljahr für die Aufsichtsräte - super Wahljahr auch für Frauen?
(Berlin) - Mit dem Besuch der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 18. Januar 2013 in Bochum setzt der djb sein Projekt "Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung - Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen, insbesondere Aufsichtsratspositionen deutscher Unternehmen" fort. Zum Auftakt wird Ramona Pisal, Präsidentin des djb, Berlin, die kritischen Fragen der Juristinnen an Aufsichtsrat und Vorstand der ThyssenKrupp AG richten.
Regulär finden in diesem Jahr bei 17 der 30 DAX-Unternehmen Aufsichtsratswahlen statt, hinzu kommen Ergänzungswahlen sowie gerichtliche Bestellungen. Der djb hat für 2012 festgestellt, dass lediglich 20 Prozent der Posten bei Neuwahlen in den Aufsichtsräten auf Anteilseignerseite mit Frauen besetzt wurden.
Umgekehrt bedeutet dies, dass immer noch 80 Prozent der Aufsichtsratspositionen an Männer vergeben werden.
Pisal: "Ob sich der leichte Aufwärtstrend fortsetzt und das Superwahljahr auch ein super Wahljahr für die Frauen in den Aufsichtsräten wird, bleibt abzuwarten. Wir sind da eher skeptisch. Auch eine gleichbleibend geringe Zahl von Frauen in den Vorständen halten wir für nicht länger hinnehmbar. 92 Prozent der Vorstandspositionen sind mit Männern besetzt. Das bestätigt uns in unserer Auffassung, dass es ohne gesetzlich vorgegebene Quoten nicht geht, denn freiwillig wird offensichtlich nicht geteilt."
Die Rekrutierung von Frauen für die Wahl in die Aufsichtsräte und die Bestellung der Vorstände ist im Fokus der Fragen des djb in diesem Jahr.
Außerdem interessieren die Juristinnen der Aufstieg von Frauen in höhere Führungsebenen, Personalentwicklungskonzepte, Unternehmenskommunikation und Unternehmensstrategien.
Im Zuge des vom BMFSFJ geförderten Projekts haben djb-Mitglieder und andere Aktionärinnen bereits seit 2009 jährlich 75 Hauptversammlungen börsennotierter Aktiengesellschaften besucht und von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch gemacht. Die Antworten der Aufsichtsräte und Vorstände sind ausgewertet und in drei Studien veröffentlicht worden.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb), Vereinigung der Juristinnen, Volkswirtinnen und Betriebswirtinnen
Anke Gimbal, Geschäftsführerin
Anklamer Str. 38, 10115 Berlin
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