Tagung des Deutschen Städtetages und der Bertelsmann-Stiftung / Integration von älteren Migranten vorantreiben und Angebote in den Städten vernetzen
(Köln) - Die Städte wollen die Integration und Teilhabe von älteren Migrantinnen und Migranten verbessern, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen. Dazu müssten die Angebote zielgerichtet ausgestaltet und vernetzt werden, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dr. Stephan Articus, am 13. Oktober in Berlin zum Auftakt der Tagung Den demographischen Wandel gestalten: Ältere Menschen mit Migrationshintergrund als Handlungsfeld für Kommunen. Die Tagung wird veranstaltet vom Deutschen Städtetag gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung. Im Rahmen des Nationalen Integrationsplans 2007 hat sich der Deutsche Städtetag verpflichtet, die kommunalen Integrationsprozesse weiter zu fördern und zu stärken.
In vielen Städten gibt es bereits spezifische Angebote für ältere Migrantinnen und Migranten, beispielsweise im Bereich der Pflege, Möglichkeiten zur interkulturellen Begegnung oder dem gemeinschaftlichem Wohnen. Angesichts der demographischen Entwicklung und der steigenden Zahl von älteren Migranten geht es darum, passgenaue Konzepte zu entwickeln, damit die Menschen mit Migrationshintergrund auch im Alter am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben können, sagte Articus: Denn im Jahr 2006 lebten bereits 1,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die älter als 60 Jahre sind.
Schwierigkeiten des Alterns, wie beispielsweise Pflegebedürftigkeit oder weniger Zugang zu kulturellen Angeboten aufgrund eingeschränkter Mobilität, belasten sowohl deutsche als auch ausländische älter werdende Menschen.
Das aktive Altern in unserer Gesellschaft verändert sich, betonte Armin Laschet, Minister für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Neben vielfältigeren Lebensformen im Alter bleiben auch Menschen mit Zuwanderungsgeschichte der ersten Generation heute hier, wo ihre Familien leben und kehren nicht zurück in ihre Herkunftsländer. Darauf ist unsere Gesellschaft nicht vorbereitet. Wir brauchen eine kultursensible Altenpflege, die auf kulturelle und religiöse Besonderheiten achtet ebenso wie vielfältige Angebote der Kultur und des gemeinsamen Wohnens. Vielfalt des Lebens auch im Alter zu ermöglichen ist Teil der Anerkennung der Lebensleistung einer ganzen Generation, die aktiv in die Gestaltung vor Ort einbezogen werde sollte."
Bei den älteren Migranten erschweren zum Teil fehlende Sprachkenntnisse, andere kulturelle und religiöse Traditionen und oftmals auch Ängste vor neuen Lebenssituationen die Integration im Alter. Hinzu kommt, dass viele sogenannte Gastarbeiter oft im Niedriglohnbereich gearbeitet haben, so dass sie entsprechend geringe Renten beziehen und der finanzielle Spielraum eingeschränkt ist.
Dr. Johannes Meier, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, machte deutlich: "Maßnahmen zur Integration von älteren Migranten sollten regional ausdifferenziert sein; vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft ist es besonders wichtig, auch die Potentiale älterer Migranten vor Ort zu aktivieren. Wir können es uns angesichts des demographischen Wandels und einer globalisierten Welt nicht leisten, die Integration von Migrantinnen und Migranten zu vernachlässigen. Vielmehr sollten wir eine Gesellschaft anstreben, in der für alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von deren Herkunft, ihrem sozialen Status oder dem Lebensalter, die Möglichkeit zur Teilhabe gewährleistet ist."
Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Städtetages und der Bertelsmann-Stiftung
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Städtetag, Hauptgeschäftsstelle Berlin
Volker Bästlein, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin
Telefon: (030) 377110, Telefax: (030) 37711999
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