Tarifkonflikt Gebäudereinigung beendet / IG BAU stimmt Tarifergebnis zu
(Frankfurt am Main) -Der Bundesvorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat zum Ablauf der Erklärungsfrist am Dienstag (10. November 2009) das Tarifergebnis im Gebäudereiniger-Handwerk angenommen. Zuvor hatten sich die Gewerkschaftsmitglieder in einer zweiten Urabstimmung mit 94,4 Prozent ebenfalls für eine Annahme ausgesprochen. Damit und mit der ebenfalls erfolgten Annahme durch den Arbeitgerberverband ist der Tarifkonflikt nach einem zehntägigen bundesweiten Streik in der Branche beendet. Die Tarifvertragsparteien wollen die Mindestlöhne für Innen- und Fassadenreinigung beim Bundesarbeitsminister zur Allgemeinverbindlichkeit nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz beantragen. Eine entsprechende Rechtsverordnung soll nach dem Willen beider Parteien gleichzeitig mit dem Tarifvertrag mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010 in Kraft treten.
Die Beschäftigten in der Branche erhalten ab dem 1. Januar im Westen und Berlin 3,1 Prozent mehr Geld, in den 19 Jahre alten Bundesländern beträgt die Lohnsteigerung 3,8 Prozent. Ein Jahr später tritt die zweite Stufe der Lohnerhöhung mit 1,8 (West) und 2,5 Prozent (Ost) in Kraft. Der unterste Mindestlohn für die Innenreinigung beträgt dann 8,55 Euro im Westen und 7,00 Euro im Osten. Außerdem beteiligen sich die Arbeitgeber bei einer Gehaltsumwandlung in voller Höhe der eingesparten Sozialaufwendungen am Aufbau einer individuellen betrieblichen Altersvorsorge. Im Januar nächsten Jahres sollen zudem Tarifverhandlungen für die Angestellten in der Branche aufgenommen werden.
Das Tarifpaket bedeutet für die Beschäftigten ein dickes Plus im Geldbeutel, erklärte der IG BAU-Bundesvorsitzende Klaus Wiesehügel. Wir bleiben dran am Ziel gleicher Lohn für gleiche Arbeit in ganz Deutschland und haben einen Einstieg in die betriebliche Altersvorsorge zur Vermeidung von Altersarmut für hunderttausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erreicht. Dies sei der Erfolg von über zehntausend Streikenden, die sich mit ihrem beispiellosen Mut die Sympathie und Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit erkämpft haben. Der Aufstand der Unsichtbaren habe sichtbar gemacht, dass es gute Gründe dafür gibt, sich gegen soziale Ungerechtigkeit zu wehren, und dass die Gewerkschaften da sind, wo ihr Platz ist: an der Seite ihrer Mitglieder und aller Menschen in diesem Land, die selbstbewusst zur Verteidigung ihrer Einkommen und Rechte eintreten, so Wiesehügel.
Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Bundesvorstand
Sigrun Heil, Pressesprecherin
Olof-Palme-Str. 19, 60439 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 95737-0, Telefax: (069) 95737-800
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