Pressemitteilung | IG Metall - Industriegewerkschaft Metall
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Tarifverhandlungen in der ostdeutschen Textilindustrie: IG Metall fordert verhandlungsfähiges Angebot

(Frankfurt am Main) - Die Tarifverhandlungen für die 17 000 Beschäftigten in der ostdeutschen Textilindustrie werden am morgigen Dienstag (27. März 2007) in Chemnitz in dritter Verhandlungsrunde fortgesetzt. „Wir erwarten von den Arbeitgebern ein verhandlungsfähiges Angebot, das die Grundlage für einen Tarifabschluss bietet und die Beschäftigten angemessen beteiligt“, sagte Verhandlungsführer Michael Jung am Montag (26. März 2007) in Frankfurt. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent sowie die Verlängerung des Ende 2007 auslaufenden Tarifvertrages zur Altersteilzeit.

Als „nicht diskutabel“ bezeichnete Jung das von den Arbeitgebern in der zweiten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot von 1 bis 1,2 Prozent für 13 Monate. „Das Angebot ist eine Ohrfeige für die Beschäftigten, die tagtäglich mit hoher Leistungsbereitschaft zur Steigerung von Umsatz und Produktivität beitragen.“ Es liege unter der Inflationsrate und beteilige die Arbeitnehmer nicht angemessen an der verbesserten Lage in der Branche. Zudem kritisiere die IG Metall, dass der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) bislang nicht bereit sei, den Ende 2007 auslaufenden Tarifvertrag zur Altersteilzeit zu verlängern.

Der Schwerpunkt der ostdeutschen Textilindustrie liegt bei hochwertigen technischen Textilien und in der Automobilzulieferung. Ihr Anteil am deutschen Textilmarkt hat sich seit 1995 von 6,5 Prozent bis heute auf 11,3 Prozent nahezu verdoppelt. Sie liegt mit ihrer Entwicklung deutlich über der im verarbeitenden Gewerbe. Zudem stieg die Produktivität der Beschäftigten steil an. Die Lohnstückkosten lagen im Jahr 2006 in der ostdeutschen Industrie verglichen mit dem Westen um rund zwölf Prozent niedriger.

Quelle und Kontaktadresse:
Industriegewerkschaft Metall Vorstand (IG Metall) Pressestelle Wilhelm-Leuschner-Str. 79-85, 60329 Frankfurt am Main Telefon: (069) 6693-0, Telefax: (069) 6693-2843

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