Pressemitteilung | Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V.
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Tausende Apothekenteams setzen in München ein starkes Zeichen

(Stuttgart) - Rund 3.500 Apothekerinnen und Apotheker aus Süddeutschland sowie ihre Teams haben am gestrigen Montag (23. März) in München ein kraftvolles und unüberhörbares Zeichen gesetzt. Bei der zentralen Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz verschafften sie ihrem Ärger über die ausbleibende Anpassung der Honorierung und ihren Sorgen vor weiteren Apothekenschließungen lautstark Gehör. Zeitgleich gab es weitere Kundgebungen in Berlin, Düsseldorf und Hannover. Etliche Apotheken in Baden-Württemberg hatten zusätzlich regionale Maßnahmen vor Ort durchgeführt. Die verschiedenen Proteste von Kundgebung bis zum verhängten Schaufenster machten insgesamt deutlich: So kann es mit der wirtschaftlichen Situation der Apotheken nicht weitergehen.

In Baden-Württemberg beteiligte sich die Mehrheit der Apothekerinnen und Apotheker vielfältig an dem bundesweiten Protest. Neben Fahrten zur Großkundgebung hatten die Teams in Baden-Württemberg auch in regional geplanten Aktionen auf ihre Misere aufmerksam gemacht: Vom verhängten oder dunklen Schaufenster, Apothekenteams in Schwarz oder auch dem Bedienen durch die Notdienstklappe. In ganz Deutschland machten Apotheken ihre Sorgen sichtbar, um für eine stabile Zukunft der wohnortnahen Arzneimittelversorgung einzutreten. Bereits im November 2023 hatten Tausende Apothekerinnen und Apotheker aus Baden-Württemberg und Bayern bei einer Großkundgebung auf dem Stuttgarter Schlossplatz eindrucksvoll auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Der bundesweite Protesttag knüpfte nun an diesen Schulterschluss an.

Hintergrund der Proteste bleibt die seit über 13 Jahren ausstehende Anpassung des Apothekenhonorars. Während Personal- und Sachkosten seit 2013 um rund 65 Prozent gestiegen sind, verharrt das packungsbezogene Honorar bei 8,35 Euro. Zwar sieht der Koalitionsvertrag eine Anhebung auf 9,50 Euro vor, doch eine verbindliche Umsetzung steht bislang aus. LAV-Präsidentin Tatjana Zambo blickt auf den Protesttag zurück: „Die große Beteiligung mit ganz unterschiedlichen Maßnahmen zeigt, wie ernst die Lage für uns alle ist. Viele Apotheken arbeiten wirtschaftlich am Limit. Bundesweit mussten seit 2013 fast 20 Prozent der Apotheken schließen. In Baden-Württemberg schreibt rund ein Drittel der Betriebe bestenfalls eine schwarze Null oder befindet sich bereits in den roten Zahlen. Das gefährdet die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung.“ Am Protesttag selbst blieben auch Apotheken geschlossen oder versorgten Patientinnen und Patienten über die Notdienstklappe. So wurde erfahrbar gemacht, was es bedeutet, wenn keine Apotheke Vor-Ort mehr verfügbar ist. Die Arzneimittelversorgung war am Protesttag durch die verfügbaren Apotheken und auch durch unseren Notdienst sichergestellt.

Der Verband begrüßt ausdrücklich, dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angekündigt hat, die Honoraranpassung zügig auf den Weg bringen zu wollen. „Mit dem Protesttag haben wir den notwendigen politischen Rückenwind erzeugt. Jetzt erwarten wir eine schnelle und verlässliche Umsetzung“, so Zambo weiter. Angesichts der anhaltenden Kritik einzelner Parteien und verschiedener Krankenkassen an der vorgesehenen Honorarerhöhung sei es wichtig gewesen, Geschlossenheit und Entschlossenheit zu demonstrieren.

Die eindrucksvolle Resonanz beim apothekerlichen Protesttag unterstreicht zweierlei, wie die LAV-Präsidentin zusammenfasst: „Die Apothekerschaft steht wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand und ist darauf angewiesen, dass politische Zusagen eingehalten werden. Die Vor-Ort-Apotheken stehen aber auch solidarisch zusammen, um auch künftig eine sichere, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung gewährleisten zu können.“

Quelle und Kontaktadresse:
Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V., Frank Eickmann, stellv. Geschäftsführer(in) Kommunikation, Hölderlinstr. 12, 70174 Stuttgart, Telefon: 0711 22334-0

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