Pressemitteilung | Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)
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Technik muss eigenständiges Pflichtfach in allen Schulformen werden

(Frankfurt am Main) – „Es ist völlig unverständlich, warum die Technik- und Industrienation Deutschland in ihrem Bildungssystem so wenig fundierte technische Grundlagen an Kinder und Jugendliche vermittelt. Das muss sich dringend ändern“, sagt Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.

Der VDMA fordert daher, Technik flächendeckend ab der 5. Klasse als Pflichtfach an allen allgemeinbildenden Schulen einzuführen und eine bundesweite Ausbildungsoffensive für Techniklehrkräfte zu starten. „Wahlpflichtfächer reichen nicht aus“, betont Dr. Jörg Friedrich, Abteilungsleiter Bildung im VDMA. „Gerade Mädchen wählen dann häufig Technikfächer ab – klischeebehaftete Geschlechterrollen werden so weiter verstärkt. Wahlpflichtangebote sind zwar sinnvoll zur Vertiefung für die besonders Interessierten, können aber kein Ersatz für eine verpflichtende technische Allgemeinbildung sein.“

Technikunterricht bleibt an Gymnasien die Ausnahme.

„Nur sieben Bundesländer sehen an Gymnasien ein Pflichtfach mit Technikanteil vor – meist in sehr geringem Umfang“ stellt Wido Geis-Thöne, Autor der Studie vom IW, fest. „Selbst die Spitzenreiter Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kommen über die gesamte Schulzeit jeweils auf lediglich zwei Wochenstunden.“ Wahlpflichtangebote gibt es zwar in einzelnen Ländern, sie erreichen jedoch nur einen Teil der Schülerinnen und Schüler und ersetzen keine verlässliche technische Grundbildung für alle.

In den übrigen weiterführenden Schulformen der Sekundarstufe I ist Technikunterricht in den meisten Bundesländern verpflichtend verankert – allerdings mit deutlichen Lücken. Besonders umfangreiche Angebote finden sich in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bieten nach den Ergebnissen der Studie kein Pflichtfach Technik an irgendeiner Schulform; in Nordrhein-Westfalen und Bayern erhalten Realschülerinnen und Realschüler keinen verpflichtenden Technikunterricht.

Im Gesamtranking über alle Schulformen (Pflicht- und gewichtete Wahlpflichtanteile) liegen Thüringen (5,2 Wochenstunden aufsummiert über die betrachtete Schulzeit), Schleswig-Holstein (4,5) und Sachsen (3,3) vorn; am Ende stehen Hessen (1,2), Saarland (1,1) und Bremen (1,0).

Technikunterricht ist eine Schlüsselkompetenz für Innovationsfähigkeit

Zugleich wächst die gesellschaftliche Bedeutung von technischem Grundwissen, da wirtschaftliche Herausforderungen mehr Innovation, Produktivität und technologische Souveränität erfordern. Voraussetzung dafür ist eine technisch kompetente junge Generation. Technikunterricht ist dabei mehr als Berufsorientierung: Technikmündigkeit zählt zu den zentralen Zukunftskompetenzen. Wer technische Zusammenhänge versteht, begegnet neuen Technologien offener und kann Chancen und Risiken von Innovationen besser einordnen und mitgestalten.

Hintergrund: So wurde der Technikunterricht verglichen

Die Kurzstudie vergleicht systematisch den Umfang des Technikunterrichts an allgemeinbildenden Schulen in den Bundesländern ab Jahrgangsstufe 5 im Pflicht- und (anteilig) im Wahlpflichtbereich. Berücksichtigt wurden alle Fächer mit technischem Schwerpunkt – auch integrierte Formate wie Arbeitslehre oder Wirtschaft-Arbeit-Technik – jeweils anteilig nach ihrem Technikbezug. Die Wochenstunden aus dem Ranking bezeichnen den aufsummierten (gewichteten) Umfang an Technikunterricht über die betrachteten Jahrgangsstufen hinweg – also die Summe der in den einzelnen Jahrgängen vorgesehenen Wochenstunden mit Technikanteil.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Holger Paul, Leiter(in) Kommunikation, Lyoner Str. 18, 60528 Frankfurt am Main, Telefon: 069 66030

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