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TGV nimmt künftig Räder mit – auch in Deutschland / ADFC: Deutsche Bahn sollte dem Vorbild folgen

(Bremen) - In 183 modernisierten TGV-Zügen der französischen Staatsbahn SNCF wird künftig serienmäßig Platz für Fahrräder sein. Die Züge verkehren auch auf Strecken von und nach Deutschland, wo sich die Deutsche Bahn noch immer gegen einen Fahrradtransport in Hochgeschwindigkeitszügen sträubt. „Die gute Initiative der Französischen Staatsbahn sollte der Deutschen Bahn Vorbild sein“, sagt Heidi Wright, stellvertretende Bundesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und SPD-Verkehrsexpertin im Deutschen Bundestag. „Die wachsende Zahl der Fahrradreisenden darf gerade im Fernverkehr nicht weiter ausgegrenzt werden."

Hintergrund ist die Erneuerung der Inneneinrichtung dieser Züge, die SNCF im Herbst ankündigte. In dem Konzept mit dem Arbeitstitel „Innenbereichs-Revolution“ ist - neben anderen Modernisierungsmaßnahmen – im ersten Waggon direkt hinter der Lok die Einrichtung von Fahrradabteilen vorgesehen. Dort, in den bisherigen Salonbereichen der Ersten Klasse, werden in den kommenden Jahren Stellplätze für jeweils vier Velos sowie Sitzplätze für deren Besitzer eingebaut.

Dieser Umbau betrifft auch 19 TGV-Züge, die ab 2007 für den Einsatz auf der neuen östlichen TGV-Strecke nach Deutschland (Frankfurt/Main) und in die Schweiz bereitgestellt werden. Damit wäre erstmals im Hochgeschwindigkeits-Fernverkehr auf deutschen Bahnstrecken eine reguläre Fahrradmitnahme gewährleistet.

Bislang weigert sich die Deutsche Bahn AG – zum Leidwesen vieler Radtouristen – eine Mitnahmemöglichkeit in ihren ICE-Zügen anzubieten. Dass die französische SNCF im grenzüberschreitenden Verkehr nun als Erster die Fahrradmitnahme im Hochgeschwindigkeitsverkehr auf deutschen Bahnstrecken ermöglicht, bewerten Verkehrspolitiker im Bundestag als positives Signal.

„Was in Frankreich möglich ist, sollte auch in Deutschland machbar werden“, sagt der CDU-Verkehrspolitiker Wolfgang Börnsen, und: „Die Deutsche Bahn ist aufgefordert, ihre bisherige Einstellung zu überprüfen.“ Auch Horst Friedrich (FDP) setzt auf eine Signalwirkung, „die hoffentlich auch bei der Deutschen Bahn AG zu einer größeren Kundennähe führen wird.“ Denn, so der FDP-Verkehrsexperte: „Nur ein funktionierender Wettbewerb auf der Schiene wird den Bedürfnissen aller Kunden und Bürger gerecht.“

„Die SNCF zeigt, dass es möglich ist, problemlos Fahrräder auch in den superschnellen TGV-Zügen mitzunehmen“, lobt Winfried Hermann von Bündnis90/Die Grünen. „Fälschlicherweise“, so Hermann, „setzt die DB-Führung weiter ausschließlich auf Reisende mit kleinem Gepäck und schränkt somit die eigenen Marktchancen dummerweise ein.“ Und das, obwohl auch die ICE-1-Züge der DB derzeit vor einer grundlegenden Modernisierung stehen, bei der auch Fahrrad- oder Mehrzweckabteile kostengünstig eingebaut werden könnten.

Der ADFC setzt sich bereits seit Jahren für die Mitnahme von Fahrrädern im ICE ein. Unterstützung gibt es dabei auch von Seiten der Politik – Mitte September etwa vom Brüsseler EU-Parlament. Das forderte – auch in Richtung Deutscher Bahn AG – von den nationalen Bahnunternehmen einen stärkeren Ausbau der Radmitnahme, auch im grenzüberschreitenden sowie im Hochgeschwindigkeits-Fernverkehr.

Quelle und Kontaktadresse:
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. , Bundesverband (ADFC) Pressestelle Grünenstr. 120, 28199 Bremen Telefon: (0421) 346290, Telefax: (0421) 3462950

(sk)

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