Pressemitteilung | Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt)
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Tiergesundheit geht nur mit mehr Zeit am Tier und vernünftigen Gebühren

(Berlin) - Tiergesundheit hat eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung – sowohl in der Lebensmittelproduktion und -sicherheit als auch für Haustiere und ihre Besitzer. Sie ist aber auch entscheidend für die nationale Sicherheit. Darum betonte bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder bei seiner Begrüßung zum diesjährigen Neujahrsempfang des Bundesverbands praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) unter der Schirmherrschaft von Tierärztin und MdB Dr. Franziska Kersten (SPD), wie wichtig der Schutz von Lebensmittelketten ist. Er forderte die Zuhörenden, u.a. Professor Dr. Eberhard Haunhorst, Leiter der Abteilung 3 "Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit" im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und den für Tiergesundheit zuständigen Berichterstatter der CDU-Bundestagsfraktion, MdB Dieter Stier, mit Blick auf den Ausbruch von Maul- und Klauenseuche im Januar 2025 auf, „…nicht nur die Gesundheit des Menschen, sondern auch die Tiergesundheit als kritische Infrastruktur mitzudenken und in die Krisenprävention einzubeziehen.“

GOT sorgt für stabiles Preisgefüge

Grußworte sprachen neben Dr. Franziska Kersten, auch der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK), Ltd. VD Dr. Holger Vogel, der Präsident des Bundesverbandes Freier Berufe (BFB), Dr. Stefan Hofmeister und Prof. Dr. Eberhard Haunhorst. Die Betonung der Wichtigkeit der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) zum Schutz der Verbraucher (Tierhalter) war dabei allen ein Anliegen. Für bpt-Präsident Dr. Moder ist klar, dass die in diesem Jahr anstehende GOT-Evaluierung zeigen wird, dass die angestrebte Steigerung der Attraktivität des Berufsbilds durch die damalige Ampel-Regierung zur Schaffung günstiger Arbeitsbedingungen und Stabilisierung einer flächendeckenden Notdienstversorgung verbessert wurde. Die aktuell in Teilen der Politik diskutierte Abschaffung der GOT würde ganz sicher nicht zu einem fallenden Preisniveau führen. Ganz im Gegenteil: der Blick in unsere EU-Nachbarländer zeige klar, dass die Versorgung gerade auf dem Land dann gefährdet wäre und die Preise explodieren würden.

Tiergesundheit ist auch Krisenprävention

Keynote-Speaker Jonathan Rushton, Professor of Economics of Animal Health an der Universität Edinburgh (Schottland) und Berater der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) machte klar, dass selbst vegan lebende Menschen durch Tiere beeinflusst werden. Sei es schlicht durch Nahrungskonkurrenz oder durch Haustiere. Anhand von Zahlen verdeutlichte er die volkswirtschaftliche Bedeutung der tierärztlichen Tätigkeit insbesondere im Bereich der Lebensmittelversorgung und -sicherheit. Krisenprävention kann ohne das Mitdenken der Tiergesundheit nicht vollständig sein. Auch gesamtgesellschaftlich ist die Arbeit der Tierärzte unabdingbar.

Krisenprävention durch Bürokratieabbau

Die zentrale Forderung Moders war erneut die nach mehr Zeit am Tier, also dem Abbau überflüssiger Bürokratie. Auch wenn es erste Schritte in die richtige Richtung gibt, stellte er fest: „Das ist und bleibt bisher ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Er verwies auf die bereits im letzten Sommer an den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer überreichten zehn konkreten bpt-Vorschläge, um kurzfristig mehr Zeit am Tier zu erreichen. Die Forderungen beinhalten u.a. die Verlängerung des Kontrollintervalls bei den tierärztlichen Hausapotheken, die Verdopplung des Schulungsintervalls für die Röntgenfortbildung und die Veränderung des Bewertungssystems beim Antibiotikamonitoring. Ohne die passenden Rahmenbedingungen, werde es zunehmend schwierig werden, die tierärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten, so Moder.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt), Ursula von Einem, Referatsleiter(in) externe Kommunikation, Hahnstr. 70, 60528 Frankfurt am Main, Telefon: 069 6698180

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